Montag, 29. Mai 2017

Du bringst deine Stadt um, wenn du online kaufst - oder?





Da mir die zweite Antwort auf ein Posting in der Gruppe „Du weißt, du bist Ruppiner wenn...“ (klick mich falls du bei Facebook bist, ich bin ein Link) zu lang geworden ist, setze ich sie hier auf die Stadt-Ratte. Es ist eine Antwort auf eines der „Teil mich“-Bildchen, nämlich auf das hier: 



Quelle: Facebook
In der ersten Antwort habe ich geschrieben, warum ich viele Dinge online bestelle, zum Teil eben auch bestellen muss. Hauptgrund: Es gibt sie hier schlichtweg nicht. 



In der zweiten Antwort, nämlich der jetzt folgenden, würde ich gerne mal aufzeigen, wie schon vor Amazon und Co sich eine Innenstadt gewandelt hat, welche Läden über den Deister gegangen sind und warum ich das auch ganz persönlich mitbekommen habe. 


Ich komme aus Oldenburg. Ein anderer Oldenburger, der hier schon etwas länger wohnt als ich, hat mir mal gesagt: „Neuruppin, das ist wie Oldenburg vor 30 Jahren!“. Irgendwie hat er recht. Vor 30 Jahren war ich in der Stadt grade irgendwie mit meiner Ausbildung in der dortigen Stadtverwaltung fertig. Ich mochte die Stadt total, es ist eine Großstadt mit Kleinstadtcharakter gewesen und viele kleine und größere Läden bestimmten das Stadtbild und es hat unglaublich viel Freude gemacht, dort zu bummeln und einzukaufen. Es gab Spannhake – einen Bastelladen mit großer Auswahl, der ein Gässchen weiter in einem alten Haus ein Atelier hatte und wo es jeden Tag Angebote gab, was man dort machen konnte. Als ich Jugendliche war, habe ich dort immer, wenn wir in die Stadt gefahren sind, die Zeit verbracht und irgendetwas gelernt. Das war super. Es gab einen kleinen Laden mit unglaublich viel Messingkram und vielen, vielen Kleinigkeiten, er war nicht groß, aber es war immer etwas dort zu finden – und so ging es immer weiter. Zu der Zeit steckten die Computer noch in den Kinderschuhen. Auf der Arbeit musste ich mit elektrischen Schreibmaschinen arbeiten, das war ziemlich grässlich – aber die 3 Monate im TVS (Textverarbeitungssekretariat) mit den ersten Computern, das war einfach unglaublich toll. Das, was ich damals als Beruf gelernt habe, ist mittlerweile ausgestorben: Bürogehilfin. War auch doof, weil mit Bürofachangestellte, wie es damals hieß, wäre ich irgendwie glücklicher geworden. Das hätte mir nämlich Steno und Mindestanschläge pro Minute erspart.


Internet gab es noch gar nicht. Mein damaliger Freund hat in der Güterverkehrsabteilung der DB gearbeitet, da gab es Computer mit Floppys, die waren so groß wie DIN A 5 Blöcke. Als wir wenig später den ersten hatten, mussten wir vor jedem Start 7 Floppys nach und nach einlegen, damit das Betriebssystem (MS-DOS) überhaupt starten konnte. Aber es war voll faszinierend.


Dann entstand das zweite, viel größere Einkaufszentrum am Stadtrand. Zum Teil mit Läden, die vorher irgendwie in der Stadt waren – und weil man in der Stadt irgendwie „mithalten wollte“ war es wie der Startschuss dafür, dass aus einer vielfältigen Innenstadt mit Character mehr und mehr so etwas wie eine Mumie wurde. Die Investoren fielen ein und da, wo früher Altstadthäuser die Straße säumten, entstanden große, „moderne“ Betonklötze. Klar, das war erst alles irgendwie ganz toll – aber damit starben die kleinen inhabergeführten Läden. Man witterte das große Geld, der Zeitgeist wandelte sich – und wenn man seinen Laden für viel Geld vermieten kann – warum soll man sich dann noch die Mühe machen, selbst jeden Tag bis zum Umfallen Kunden zu bedienen? So verschwanden nach und nach Reisebüro Pekol, der kleine Trödelladen, Spannhake schrumpfte ganz massiv, es verschwanden Modeläden, der Laden von Eisbein, es verschwand Hertie, Horten wurde zu Galeria Kaufhof, es verschwanden kleine Gemüseläden, der tolle Spieleladen und so weiter. Internet war für viele Menschen da noch ein totales Fremdwort.


Es kamen große Ketten: Bonita, New Yorker, H & M, Pimkies und wie sie alle heißen. Es kamen Wohlfahrts Buchladen, Thalia und verdrängten kleine örtliche Händler – und mittlerweile besteht gefühlt die halbe Stadt aus Handyläden. Läden wurden geöffnet – und geschlossen. In den leeren Fenstern tauchten Zettel auf mit „zu vermieten“ - und Hamburger Telefonnummern. Denn die Investoren kamen oft von weiter weg und witterten in der beschaulichen KleinGroßstadt das große Geld. Nur: Oldenburg war nie Hamburg und wird es auch nie sein. Genauso, wie Neuruppin nie Berlin sein wird, nicht einmal Potsdam oder Brandenburg.


Meinen späteren Mann habe ich vor etwa 30 Jahren als Markthändler kennengelernt. Er und seine Eltern hatten einen Blumenstand – wenn Wochenmarkt war, auf dem Wochenmarkt und wenn kein Wochenmarkt war, vor Woolworth. Das, was an Meterpreis auf dem Markt zu bezahlen war, war überschaubar. Das, was bei Woolworth dafür bezahlt werden musste, um vor dem Schaufenster zu stehen, auch. Mein Mann war selbstständig – und seine Eltern auch, alles Blumenhändler, die sieben Tage in der Woche verdammt lange Arbeitszeiten, keinen Urlaub und kaum Freizeit hatten.


Dann hat Woolworth umgebaut und es war nicht mehr erwünscht, dass vor dem Laden Blumen verkauft werden. Schwiegereltern haben sich umgesehen und einen kleinen Laden in einer Seitenstraße gemietet, wo vorher Klamotten drin waren. 40 Quadratmeter in einem relativ neuem Bau, Seitenstraße – 2600 DM im Monat, eben einem Klamottenladen mit Namen "Salü".


Irgendwann kam an meinen Mann das Angebot, er könnte vor Horten den kleinen Laden übernehmen. Das waren 12 Quadratmeter, direkt an Horten angeschlossen, zur Straße hin und im hinteren, winzigen Lagerraum war dann der Schaltschrank für den ganzen Laden, der musste immer zugänglich bleiben. Mein Mann hat zugesagt – und ab da hatte er einen festen Laden. Ein paar Umbauten, damit vorne eine Tür reinkommt und nicht nur eine Durchreiche ist und taraaaa, fertig.


12 Quadratmeter ist nicht viel. Genau wie bei Schwiegeltern galt: mit günstigen Sträußen schon gar nicht. Und wenn man für 12 Quadratmeter und viele Einschränkungen dann 2000 (es war sogar noch mehr als zweitausend) DM blechen muss, ist das ein Batzen Geld, der erst einmal verdient werden muss. Also ohne dass man davon noch die Miete für eine eigenen Wohnung, etwas zu Essen, die Kosten für die Sozialversicherung oder eben auch die Blumen selbst bezahlt hat. Wenn man dann noch Familie hat und nicht ausfallen darf, wird es mitunter so eine Art Harakiri.


Dann kam der Umbau zu „Galeria Kaufhof“ und damit der Todesstoß für den Blumenladen und die Existenz. Es war eine harte, aber auch oft eine tolle Zeit in dem Laden, es gibt viele, viele tolle Annekdoten mit Stammkunden und manches Mal hat man sie und sie uns richtig ins Herz geschlossen. Unsere ersten beiden Kinder sind in ihren ersten Jahren damit groß geworden. Nach wie vor heißen die mittlerweile verstorbenen Schwiegereltern bei ihnen „Oma und Opa Blümchen“. Wobei es ob des Marktgeschäftes dann bei uns auch noch die "Klo-Oma" gab, Eine alte Dame, die Hüterin der öffentlichen Toilette war, dort ihr Zimmerchen zwischen Herren- und Damenklo hatte und wenn sie die nicht grade die Toiletten putzte, jeden Tag einen Eimer Krabben für die Pizzeria in der Nähe gepult hat. Klo-Oma roch unverkennbar streng nach Urinstein, besonders ihre Hände. Vermutlich waren ihr Handschuhe sowohl für das Toilettenputzen als auch für das Krabbenpulen ein Greuel. Aber sie war für uns halt "Klo-Oma" und als der Komplex mit dem Klo drin, stillgelegt wurde, fehlte etwas.

Meine Nichte hat bei einem angesehenen Floristen eine harte Ausbildung absolviert und sich später ebenfalls mit einem eigenen Laden in einem Vorort von Oldenburg selbstständig gemacht. Sie hatte sogar Auszubildende und ist in dem, was sie an Sträußen gezaubert hat, einfach unschlagbar gut gewesen. Ich glaube, sie hat rund 8 Jahre durchgehalten, gekämpft, alles versucht um den Laden und ihre Auszubildende zu halten – und geendet hat es mit einer Insolvenz. Wie so oft, wenn die Träume von einem eigenen Laden den Bach runtergehen aber man noch alles versucht, um irgendwie zu überleben. Ich selbst hatte mal mit einem Spielzeugverleih angefangen, alles für Kindergeburtstage. Ritterkiste, Piratenkiste, Besuchskiste für Enkelkinder und so weiter... dann wurde mein Sohn schwer krank und alles war vorbei.


Ich habe echt viel Respekt vor jedem Ladner und jedem Markthändler. Verdammt viel Respekt, weil ich weiß, dass viele Leute nur einen Bruchteil der ganzen Arbeit sehen und auch gerne viel fordern, was sie alles gerne doch hier kaufen würden – aber selbst nie im Leben das finanzielle Risiko tragen würden, einen Laden aufzumachen und ziemlich bedeppert schauen würden, wenn sie merken, dass es eben weit, weit mehr Arbeit ist als nur die Öffnungszeiten und dass sie selbst oft nicht mal umgerechnet den gesetzlichen Mindestlohn verdienen. Aber ich bin total glücklich, dass mein Mann damals eine Stelle als Paketbote bei der Post bekommen hat. Unglaublich – nach 20 Jahren das erste Mal wirklich Urlaub haben. Ohne Angst zu haben, was das an Umsatzeinbruch nach sich zieht! Geregelte Arbeitszeiten haben, sich im die Kinder mit kümmern können – whow. Und das Beste: Die Sozialversicherung für die komplette Familie betrug nur noch ein Bruchteil von dem, was sie vorher gekostet hat.


Wie schon etwas weiter oben geschrieben: Neuruppin wird nie Berlin sein, nicht einmal Potsdam oder Brandenburg. Aber dennoch kommen Investoren, derzeit vor allem auf dem Wohnungsmarkt – und zum Glück – es sind überwiegend hiesige. Dennoch: Mit jeder Verbesserung steigen zwar die Preise – aber die meisten Menschen haben dadurch nicht mehr auch mehr Geld in der Tasche, dass sie ausgeben können, sondern müssen oft jeden Euro zweimal umdrehen. 


Dienstag, 16. Mai 2017

Lange war der Fahrstuhl krank, nun fährt er wieder - Reparatur sei Dank!


Gestern war der HFA. 

Als es zum Schluss um die Anträge der Fraktionen ging, dachte ich noch so: "Super, gleich ist dann vorbei!" - Falsch gedacht. Die SPD hat einen Antrag, dass bei Straßenneubauten bitte darauf geachtet werden soll, dass 50 % der Straßen Namen von Frauen bekommen. In so einem Plenum wie dem Haupt- und Finanzausschuss, in dem die Herren dann eindeutig in der Überzahl sind, ergibt sich daraus nicht etwas so etwas wie: "Tolle Idee, tut niemandem weh, machen wir!" 

NEIN, weit gefehlt. Es entsteht eine männergeführte Diskussion über die Gleichberechtigung der Frauen in der Gesellschaft, bei der nicht nur mir ab und an einfach mal die Kinnlade runter geklappt ist und über meinem Kopf quasi: "Äh.... und WAS hat das jetzt mit Straßennamen zu tun???" aufploppte. Das in einer Diskussion darüber, ob man neue Straßen zum Teil dann auch nach Frauen benennt, dann so etwas wie "wenn Sie so denken, dann gehen Sie bestimmt auch davon aus, dass eine Frau selbst schuld ist, wenn sie einen Minirock trägt und vergewaltigt wird...". DAS... ich glaube DAS bringen dann nur Männer fertig, die über die Gleichberechtigung von Frauen diskutieren. Oder Alice Schwarzer und andere Fundamental-Feministinnen. 

Ganz zum Schluss ist dann jemandem eingefallen, doch mal die Frau vom Gleichstellungsbeirat zu fragen, was sie davon hält. Ich habe sie ja nur von hinten gesehen, aber es klang schon fast verheult, was sie von sich gegeben hat und wie schade sie es fand, dass den Männern erst ganz zum Schluss eingefallen ist, mal eine Frau zu fragen... 

Die folgenden Anträge waren dann von einer anderen Fraktion und auch im Hinblick auf barrierefreiheit gedacht - blöd nur, dass genau die Leute, die sich dafür einsetzen vorher nicht gefragt wurden, sondern sich Läufer und anderweitig gesündere Menschen wieder mal überlegt habe, was man denn so tun könnte für die armen, armen Behinderten - ohne sie vorher einfach mal zu fragen, was sie davon eigentlich halten. Es geht um die "nette Toilette", wo Gastronomen und Geschäftsleute dann ihre Klos für Nicht-Kunden zur Verfügung stellen sollen. Natürlich möchte man damit auch mehr barrierefreie Klos haben. Ah ja... mal abgesehen davon, dass es tatsächlich barrierefreie Toiletten in der Stadt gibt, abgesehen von dem ekeligen Klohäuschen am Postplatz gibt es eine in Knasteinrichtungsoptik im Tempelgarten, eines wäre in der Bilderbogenpassage - aber das ist wohl nur noch Lagerraum oder so und zwei wären im alten Gymnasium, die aber für Gäste im Rolli so gut wie überhaupt nicht zu erreichen sind, sei es weil sie abgeschlossen sind oder weil der Weg dort hin mit Rolli einfach nicht machbar sind. Das ist wirklich ganz toll überlegt und geplant worden von den Fachleuten. Ehrlich. Bewundernswert - aber immerhin, die Stadt hat barrierefreie Toiletten in ihren Einrichtungen und wenn die keiner nutzt, spart das viel Geld, weil die dann nämlich nicht so oft sauber gemacht werden müssen. Weitere rollinutzbare Toiletten sind im Museum, gut da muss man dann in dem Fall wohl erst "Einrollgebühr" bezahlen und dann ab in den Keller (hoffen wir mal, dass der Fahrstuhl im Museum nie kaputt geht) sowie im Rathaus. Das viel größere Problem ist bei den barrierefreien Toiletten aber das Zeitproblem. Denn die Toiletten sind bis auf das Ekelhäuschen an der Post nur zu Geschäftszeiten zugänglich. Wenn überhaupt. Nun ja, was sollten Rollifahrer auch bitte Abends oder am Wochenende noch herumkurven? Die sind schließlich behindert und gehören damit früh ins Bett und am Wochenende weggesperrt!

Immerhin - der Fahrstuhl geht wieder. Was aber so unklar war, nach der langen "der ist kaputt Zeit", dass die Rollifahrer des AK´s sich für den Abend dann andere Dinge vorgenommen haben. Nicht schlimm. 

Ach so, und es ging um den Hort Gildenhall und dass die Baumaßnahme dort teurer wird. Ja. Wäre ja schön gewesen, wenn irgendwer der plötzlich so behindertenaffinen Leute sich mal Gedanken darüber gemacht haben, dass von der Stadtverwaltung zwar sogar öffentlich in der Zeitung zu lesen ZUGESAGT wurde, dass sich der Arbeitskreis barrierefreie Stadt noch zu den Plänen des Hortes beim Thema Barrierearmut äußern darf, nachdem der Plan dann so nett vorgestellt wurde und sämtliche Fachräume dann für mobilitätsbehinderte Kinder unerreichbar sind - aber dies nie der Fall war. Denn dann hätte man ja vielleicht noch mal ein bisschen was ändern müssen und es wäre nicht so eine günstigere "pseudobarrierefreie" Sache geworden. Um bei den Worten eines sehr selbstgefälligen Stadtverordneten zu bleiben, der Barrierearmut und Engagement für Behinderte als "unnötigen Kropf" betrachtet (genauso wie ich solche selbstgefälligen "boah, was bin ich doch für ein toller Hecht!"-Stadtverordneten nicht unbedingt gut leiden kann, die für ihre Verachtung dann auch noch Geld bekommen) - wahrscheinlich sehen manche Leute es als extrem überflüssig an, das man sich um Barrierearmut bemüht, indem man genau diejenigen fragt, die wirklich drauf angewiesen sind. 

Aber langfristig ist es ein "sich ins eigene Fleisch schneiden". Denn Barrierearmut nützt ALLEN Menschen etwas. Selbst denen, die es für überflüssig erachten. Denn die können ebenso von heute auf morgen auf "runde Beine" angewiesen sein - oder werden älter und sind dann eben nicht mehr so tolle selbstgefällige Typen, sondern bleiben mit ihrer Gehhilfe in den tiefen Ritzen irgendwelcher Pflasterungen stecken. Ebenso ist niemand davor gefeit, das sein Kind, Enkelkind oder ein anderes ihm nahe stehendes Kind plötzlich behindert ist. Und genau DANN ist das Geschrei plötzlich ganz, ganz groß. 


Donnerstag, 27. April 2017

Bürger der Holzklasse...



Übrigens war ja Sozialausschuss. Oder besser: dieser Ausschuss, wo alles das, was woanders keinen Platz hat, reingestopft wird. Wie in so eine Restmülltonne, wo alles reinkommt, was nicht in Papier-, Plaste- oder Biotonne passt. Falls jetzt jemand denkt: „Da gibt’s auch noch Glascontainer...“ - die stehen in diesem Fall für die ganzen abgeschafften Ausschüsse und Beiräte. Aus den Augen, aus dem Sinn und was sich da irgendwie zu den Themen ansammelt, wird halt irgendwann irgendwo mit reingestopft – oder eben auch nicht.

Es ist nun die mindestens dritte oder vierte Sitzung, an der Doreen Beier und Christian Pees vom Arbeitskreis barrierefreie Stadt Neuruppin nicht teilnehmen können. Nicht etwa, weil sie selbst irgendetwas anderes vorhatten - nein. Weil der Fahrstuhl, der zumindest das Rathaus A etwas barriereärmer machen soll, seit Wochen kaputt ist. Und weil das wohl noch ein paar Wochen so bleibt, werden Sie wohl auch an den nächsten Sitzungen im Rathaus nicht teilnehmen können.

Ziemlich doof, vor allem, weil sie gerne etwas zum Thema barrierefreier Internetauftritt der Stadt Neuruppin gesagt hätten. Denn das die Internetpräsenz der Stadt dann neu gestaltet wird und auch Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen zugänglich gemacht wird, war ein Antrag der Linken. Da Christian und Doreen viel Erfahrener sind und sich dazu laut Frau Gussmann auch gerne geäußert hätten, was aber eben nicht ging, weil deren Rollstühle nun mal Rollstühle mit Bodenhaftung und keine flugtauglichen Jetpacks sind, mit denen man durchs Treppenhaus kreiseln könnte...

Nächste Woche ist Bau- und Wirtschaftsausschuss. Dort sind sie auch eigentlich jedes Mal präsent... tja. Ich weiß auch nicht was der Mist mit dem Fahrstuhl soll. Schön, dass jeder Andere, der Lust auf die Sitzung hat, die Treppe benutzen kann. Für den BWA könnte man dann dieses Mal ganz praktisch und superschnell irgendwelche Seniorensachen auf den Tisch bringen. Denn alle diejenigen, die auf Rolli, Rollator oder so angewiesen sind oder die einfach die Treppe bis unters Dach nicht schaffen, weil vorher ihr Herz kollabieren würde, können ja nicht dabei sein um sich zu wehren. Das wäre doch enorm praktisch und man könnte von Seiten der Stadt immer sagen: "Na ja, die Sitzung war ja öffentlich, wenn keiner kommt und etwas sagt, können wir ja auch nix machen!". Toll.

Wenn Neuruppin so einen Bahnhofs-Flair bekommt. Aufzüge monatelang kaputt, Rollifahrer etc. dürfen zum Teil mehrere Stunden Umwege fahren um ihr Ziel zu erreichen oder sie haben halt Pech gehabt. Ich überlege gerade, ob man nun ganz Otis Redding-mäßig jetzt auf den Fahrstuhl pfeiffen soll oder ob der auf Schindlers (Reparatur-)Liste steht. beides sind übrigens Aufzugherstellerfirmen.  * grübel * Irgendwie hat der Arbeitskreis (nein, eher ich...) dann der Stadt wohl sehr mächtig in die Suppe gespuckt, dass der Zugang für Rollifahrer und anderweitig mobil beeinträchtigte Menschen zum Rathaus wohl noch etwas länger unter das Motto: "Pech gehabt, Bürger der Holzklasse!" fällt. Könnte man ja zumindest mal so denken... 



Nachtrag... ich bin darauf hingewiesen worden, dass mit dem kaputten Aufzug auch das Bürgerbüro für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nicht zu nutzen ist. 
Das stimmt, aber unbestätigten Gerüchen zufolge hat die Stadt zumindest hier dann schnell, unbürokratisch und voll unkonventionell Abhilfe geschaffen und berät mobilitätseingeschränkte Bürger im Behinderten-WC im Keller, das nach wie vor zugänglich ist. Das nennen die ganz bürgerfreundlich "Sitzungsdienst" und die Termine findet man auf der Internetseite der Stadt Neuruppin unter dem Schlagwort "Sitzungsdienst". 

Wenigstens was...


Mittwoch, 19. April 2017

Osterspaziergang

Die Stadt-Ratte war bei schönem Wetter auf Ostertour in Neuruppin unterwegs. Baustellen und Co gucken. Und Fotos machen. Klar, Fotos sagen mitunter mehr als eine Million Worte. 

Fangen wir mal mit dieser "Perle der Werbung" an. Mir ist ja schon davon erzählt worden, aber als ich das Plakat dann gesehen habe, war´s vorbei. Schallendes Gelächter...



Das assoziiere ich dann sofort mit dem Posting, das mal viral verbreitet wurde und wo eine 16jährige um Hilfe gebeten hat: "Mein Freund hat gesagt, er steht auf Natursekt, wo finde ich denn hier einen guten Bioladen?". Aber da sieht man mal, wie weitsichtig, weltoffen und tolerant die Berliner sind! Berliner Kindl Radler naturtrüb mit pipigelben Etikett und Berliner Radler Zwickel... also eben wie ein Radler mit unpassender Bekleidung, falschem Sattel und wenig Training - blutig durchgescheuert im Hosenzwickel oder die Radlerin mit ihren monatlichen "Hering in Tomatensoße"-Tagen... passend mit blutrotem Etikett. Wunderbar. Ganz wunderbar!

Aber probieren werde ich es * örks * nicht.


Ein bisschen weiter ist dann ja die Kreiselbaustelle. Da wurde ordentlich herumgebaggert und von dem Kunstwerk, dass da mitten oben auf dem Kreisel war, gibt es halt nur noch das Hinweisschild...





... und der Versuch, es wenigstens am Rand rudimentär (mit Pfeil zur Tafel)  darzustellen...






Das nächste Highlight lies nicht lange auf sich warten und war auf der anderen Seite bei der Kreisverwaltung zu finden. Ich konnte mir das jetzt einfach nicht verkneifen...





Sieht man leider schlecht, deshalb habe ich es mal etwas "umkrakelt". Einige Mitarbeiter der Kreisverwaltung sind gut zu Vögeln. 









Rot umkrakelt die Nistkästen und gelb umkrakelt deren Bewohner. 



Samstag, 11. Februar 2017

Tierisch gute hohe Politik



Es gibt ja nicht nur die Politik hier vor Ort, sondern auch die etwas größere Politik. Da ging es gestern dann auch um Menschen mit Beeinträchtigungen - und ihre Hunde. Eigentlich wollte ich dort gestern hin. Der Bundesrat schiebt in Deutschland eigentlich so die Gesetze an. Wenn er sich trifft, hat er immer eine wirklich enorm lange Tagesordnung mit allerlei Gesetzesvorschlägen, Änderungsvorschlägen für Gesetze und so weiter. Gestern war wieder eine Sitzung des Bundesrates und auf dieser Sitzung war unter Tagesordnungspunkt 26 das Wort „Assistenzhunde“ zu finden. Denn das Land Niedersachsen hat sich dafür eingesetzt, dass es für Assistenzhunde in Zukunft eine gesetzliche Regelung geben soll. Das würde bedeuten, dass es Qualitätsstandards geben würde, die für Hunde, Halter, die Trainer, die Ausbildung und die Gespannprüfer gelten und dass Menschen, die einen Assistenzhund brauchen, den unter bestimmten Vorraussetzungen von der Krankenkasse bezahlt bekommen.


Bislang werden nur Blindenführhunde von Krankenkassen bezahlt. Das ist zwar ganz schön, aber das Problem ist, dass es dort zum Beispiel keine Qualitätsstandards gibt und die Krankenkassen ganz oft weit über 20 000 Euro für einen Hund bezahlen, der seinen blinden Menschen in Lebensgefahr bringt, weil er nicht vernünftig ausgebildet ist. Denn ohne Standards können die Trainer eigentlich für sich selbst entscheiden, wie sie so einen Hund ausbilden, was er können muss und welcher Hund dafür geeignet ist. Wenn man bei Youtube mal ein bisschen schaut, bekommt man echt gruselige Geschichten mit. Letztens wurde mir erzählt, dass ein Blindenführhund sein Herrchen wahrscheinlich ganz zielgerichtet in einen Fluss geführt hat – und das Herrchen ist dann ertrunken und wurde erst viel später gefunden.


Viele Menschen erblinden erst später in ihrem Leben. Stellt euch vor, ihr habt einen Unfall und seid danach blind. Oder ihr bekommt mit Wucht etwas in die Augen und erblindet. Das verändert euer komplettes Leben – denn ihr seid danach ziemlich hilflos. Natürlich kann man lernen, mit seiner Blindheit zu leben. Ich habe auch lange jemandem geholfen, der blind war und alleine in seinem Haus gelebt hat. Dennoch sind blinde Menschen immer auf Hilfe angewiesen. Da, wo andere Menschen mal eben etwas nachgucken können, einfach mal eben irgendwo hinfahren – das geht nicht so einfach, wenn man blind ist. Unterwegs sein – wenn man nichts sehen kann, sieht man auch nicht, wer einem entgegen kommt. Oder ob irgendwo plötzlich eine Baustelle ist, die vielleicht nur unzureichend gesichert ist und wo man stürzt. Man sieht nicht, ob irgendein Vollidiot sein Rad einfach mal eben mitten in den Weg gestellt hat, ob man in Hundekacke tritt, über den Haufen gefahren wird und so weiter. Es gibt viele toll ausgebildete Blindenhunde, die bis zu 40 Kommandos beherrschen und ihrem Besitzer mehr Lebensqualität ermöglichen. Es gibt aber eben auch viele extrem schlecht ausgebildete Hunde, die ihren Besitzer immer wieder in Lebensgefahr bringen.


Das gibt es auch bei anderen Assistenzhunden. Es gibt wirklich gut ausgebildete Hunde, die ihre Aufgabe ganz hervorragend meistern und ihr Geld, dass der Mensch irgendwie aufbringen muss, wirklich wert sind. Es gibt aber leider auch viele Assistenzhunde, die nicht gut ausgebildet sind, obwohl sie von Assistenzhundetrainern für sehr viel Geld ausgebildet werden und diese Trainer ihren Kunden viel zugesagt haben. Denn mit Assistenzhunden lässt sich enorm viel Geld verdienen, wenn man es nicht so genau mit allem nimmt und einem eigentlich völlig egal ist, ob der Hund seinem Besitzer zum Teil tatsächlich das Leben retten soll oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass es hier endlich vernünftige Regelungen gibt. In Österreich gibt es die zum Beispiel schon. Es gibt sie dort auch erst ein paar Jahre und man lernt dort auch aus den Erfahrungen, die damit gesammelt werden – aber im Großen und Ganzen können sich diejenigen, die in Österreich einen geprüften Assistenzhund bekommen, darauf verlassen, dass der Hund tatsächlich seinen Job gut macht und dass sie selbst auch in Hundedingen gut ausgebildet sind. Es gibt dort auch Regelungen was Assistenzhunde dürfen, denn sie haben mehr Rechte als Haushunde.


In Deutschland ist das, was Assistenzhunde dürfen, bislang über das Allgemeine Gleichstellungsgesetz geregelt. Das bedeutet, Assistenzhunde für Diabetiker, Gehörlose, Epileptiker, Autisten, PTBS´ler, Narkoleptiker und so weiter sind nach diesem Gesetz Blindenführhunden gleichgestellt. Alle diese Hunde helfen ihrem Menschen, mit einer Beeinträchtigung besser klar zu kommen. Es wäre aber schön, wenn es bessere und auch für Menschen, die sich nicht so gut mit Assistenzhunden auskennen, klarere Regelungen geben würde.


Der Bundesrat hat mit seiner Entscheidung, dass es dazu eine gesetzliche Regelung geben soll, einen wichtigen Schritt gemacht. ABER... es diese Entscheidung muss noch vom BundesTAG bestätigt werden. Erst wenn auch die ganzen Abgeordneten im Bundestag beschließen, dass sie so etwas sinnvoll finden, wird die tatsächliche Gesetzgebung dafür angeschoben. Es bleibt also noch ein bisschen spannend.


Da der Tagesordnungspunkt aber im Bundesrat gestern zusammen mit anderen Punkten auf der so genannten „Grünen Liste“ zusammengefasst wurde und alles was auf dieser Liste ist, ohne Diskussion und im Block abgestimmt wird, habe ich mir den Aufwand erspart, dabei zu sein, sondern via Livestream und Chat mit dem Vorstand von Lichtblicke e. V. die Sache verfolgt. So viel erst einmal zur aktuellen tierisch guten Politik.


Als Nebeneffekt hat sich gestern Herr Holler auf Twitter gemeldet und auf einen TAZ-Artikel verwiesen, in dem es darum ging, dass viele Kleinselbstständige sich keine Krankenkassenbeiträge leisten können, weil diese gemessen an ihrem Einkommen viel zu hoch sind. Auch dazu gab es gestern im Bundesrat einen Gesetzesvorschlag das zu ändern. Sogar mit Redner. So konnte ich ihn dann gleich auf den aktuellen Stand bringen. Vertagt wurde übrigens die Diskussion um Winterreifen bei Motorrädern und um abnehmbare Beleuchtung an Fahrrädern. Nun ja, ist ja auch schon fast wieder Sommer.














Mittwoch, 8. Februar 2017

Politik kann ja echt interessant sein

Gestern wurde es im Haupt- und Finanzausschuss ein bisschen turbulent, durcheinander und zum Teil etwas laut. 

Warum? Na, aus dem Grund, aus dem ihr nun oben im Untertitel eine Erweiterung seht. Das alles, was hier steht, MEINE Meinung ist. Auch wenn ich im Kulturbeirat bin, auch wenn ich im Arbeitskreis barrierefreie Stadt Neuruppin bin.

Aber was HIER steht, ist MEINE Meinung.

Und Politik wird dann interessant, wenn mir jahrelang Bewohner aus Neuruppin erklären "boah, die in ihrem Elfenbeinturm machen doch sowieso was sie wollen!" und ich das immer versucht habe zu relativieren. Bis zu der Erkenntnis - ne, ist ja tatsächlich so!

Wie komme ich zu der Erkenntnis? Also, im letzten Beitrag hatte ich ja von der Frau geschrieben, die sich im Sozialausschuss vorgestellt hat und die gerne Behindertenbeauftragte werden würde. Ihre Vorstellung war ja ein bisschen merkwürdig und ich habe mir wirklich viele Gedanken gemacht, was wohl wäre, wenn jemand das Ehrenamt macht, der eigentlich kaum dafür geeignet erscheint. Und... ich habe in dem ganzen Blogartikel nicht einmal den Namen genannt.  

Erschienen ist dieser Artikel von mir am 18. Januar. 

Eine Beschlussvorlage, dass ganz konkret diese Frau gewählt werden soll, ist aber erst zum 24. Januar erschienen. Also NACH dem Sozialausschuss, wo diese Beschlussvorlage aufgrund der Tatsache, dass es ein soziales Thema ist, eigentlich zur Abstimmung hingehört hätte. Denn der Sozialausschuss ist dafür das entsprechende Fachgremium der Stadt, das mit seinem Beschluss dann eine Empfehlung an die Stadtverordnetenversammlung gibt. 

Diese Beschlussvorlage ist aber genau wenige Tage NACH meinem Artikel in der Stadt-Ratte veröffentlicht worden, nämlich am 24. Januar. 

Das ist doch schon sehr merkwürdig - oder? Da hat man extra ein Fachgremium für soziale Belange in der Stadt und da stellt sich diese Person lediglich vor - aber es wird nicht beschlossen, ob sie tatsächlich gewählt werden sollte oder nicht, sondern das "Huch, wir müssen die ja WÄHLEN" kommt erst NACH dem Stadt-Ratten-Artikel?

Und es ist ja noch nicht einmal so, dass man sagen könnte "OK, bis zum nächsten Sozialausschuss sind es noch zwei Monate, das dauert zu lange um es dann erst zu beschließen!" (wobei das nach all der Zeit auch egal wäre). Nein, gerade jetzt sind die beiden sogenannten "Sitzungsschienen" ganz dicht aufeinander,  der nächste Sozialausschuss ist am 28. Februar. Da hätte man locker dann die Beschlussvorlage auf die Tagesordnung nehmen können, damit das Fachgremium entscheiden kann. 

Aber... aus irgendwelchen Gründen wollte man jetzt regelrecht über das Knie brechen, dass genau diese Frau gewählt wird, die bislang mehr von Pferden und Katzen erzählt hat als von Behinderten. Noch etwas - in der Beschlussvorlage, über die gestern das erste Mal abgestimmt wurde, steht klipp und klar drin "Frau X ist auf der HFA-Sitzung anwesend, damit Fragen gestellt werden können". Sie war gestern aber nicht anwesend. 

Das ist zwar doof, aber das Leute, die auf Sitzungen angekündigt werden, nicht auftauchen, kommt ab und zu mal vor. Sie werden krank oder was auch immer. Nur - bislang wurde das immer auch bekannt gegeben und diese Person entschuldigt, damit jeder bescheid weiß, warum sie nicht da ist. 

Gestern? Kein Sterbenswort darüber, warum sie nicht anwesend ist, keine Entschuldigung, nix. Gewählt wurde nach dem Motto: "Wir kennen sie zwar nicht, wir wissen eigentlich auch nichts über ihre Qualifikation - aber wir wählen sie allein aus dem Grund, weil es Kritik gegen sie und das Vorgehen gegeben hat!". Wer MIR vorwirft, mein Verhalten wäre unfair, unterirdisch und absolut unangemessen - der hat alles das gestern mit seinem Verhalten noch locker getoppt. Das ist meine Meinung.

Es geht in Neuruppin nicht darum, dass es eine vernünftige Behindertenpolitik gibt, bei der die Betroffenen sachkundig und adäquat vertreten werden. Darum geht es ganz offensichtlich als Allerletztes. 

Und ja, damit gebe ich allen Recht, die immer schon gesagt haben "Die im Elfenbeinturm machen doch sowieso was sie wollen!". Mit einer Ausnahme, und die möchte ich ganz besonders hervorheben. Es gab ZWEI Leute gestern, die das Vorgehen der Stadt NICHT richtig gefunden haben und sich für den Arbeitskreis barrierefreie Stadt eingesetzt haben. Das waren Frau Funk und Herr Ballast von Pro Ruppin. Dafür musste gerade Frau Funk, die ja nun wirklich fast täglich mit den Problemen für Menschen mit Rollatoren, Rollstühlen etc. hier zu tun hat, enorm viel Schimpfe von anderen weiblichen Stadtverordneten einstecken. 

Es ist schon echt merkwürdig, wenn ausgerechnet von Pro Ruppin Rückhalt für den schon bestehenden Arbeitskreis und seiner Fachkompetenz kommt und nicht von allen, die in allen Werbeslogans sich mit dem Wort "sozial"  schmücken und alle bis auf Pro Ruppin eine Person wählen, die sie selbst zum größten Teil nicht einmal kennen und wo der eigentliche Fachausschuss mit einer Beschlussfassung sogar übergangen wurde. Genau so merkwürdig ist es, dass diese Person seit 2015 in der CDU ist, die sie vorgeschlagen hat - und diese Partei nachweislich von der Existenz des Arbeitskreises schon vor dem letzten Sozialausschuss wusste - aber diese Person angeblich nichts von dem bestehenden Arbeitskreis wusste. Dieser Arbeitskreis, der sich vor vielen Jahren aus einer Initiative der Stadt gegründet hat, verschickt so ziemlich jeden Monat Sitzungsprotokolle an jede Fraktion und alle anderen, die so ein Protokoll haben wollen um auf dem Laufenden zu sein, was die Belange von Behinderten hier in der Stadt angeht. 

Und die wussten also tatsächlich seit rund zwei Jahren trotz Präsenz in den Sitzungen und der Protokolle nicht, dass es einen Arbeitskreis barrierefreie Stadt Neuruppin gibt?  Denn das steht so sogar in den öffentlichen Sitzungsunterlagen des Sozialausschusses.

Ich weise noch mal auf den geänderten Header hin.

Und danke an alle, die mich immer gewarnt haben.Wieder ein bisschen schlauer. 



Nachsatz...

Warum schreibe ich hier nicht den Namen der Frau (und im vorherigen Thread auch nicht)? Ja, könnte ich. Locker... aber ich tue es (bislang übrigens, das kann sich ja irgendwann noch mal ändern) aus einem ganz bestimmten Grund nicht und der heißt kurz und knackig SEO. Oder gerne auch "google". SEO heißt eigentlich "Suchmaschinenoptimierung". Was nicht mehr und nicht weniger bedeutet als wenn man einen Begriff bei google oder so eingibt, dass die Suchmaschine alles zu dem Begriff aus dem WWW heraussucht.  Würde ich den Namen also hier ausschreiben oder auch im vorherigen Beitrag, dann würde Google diese Beiträge anzeigen, wenn jemand nach ihr sucht. Das ist dann ein bisschen hässlich, wenn mehrere eher negative Beiträge zu einer Person erscheinen, einfach nur, weil die sich vielleicht völlig verpeilt hat. Oder weil ihr sonstwas für Sachen erzählt worden sind, die so nicht stimmen, die sie aber vielleicht geglaubt hat und dann ganz böse reingefallen ist. Sie verdient ihr Geld damit, dass Leute jemanden wie sie suchen und beauftragen. Und je mehr negative Sachen über sie zu finden sind, desto blöder steht sie da. Deshalb nenne ich hier ihren Namen nicht, denn ich denke, der Scherbenhaufen ist schon groß genug für sie. 

 









Dienstag, 17. Mai 2016

Preisverdächtig!


Heute möchte ich euch auf die absolute Glanzleistung an Beschilderung aufmerksam machen. Ist das nicht absolut PREISVERDÄCHTIG?

Schwarze Schrift auf fast schwarzem Grund dort, wo Autos mit mindestens Tempo 50 vorbeibrettern. Ein Sehtest für Autofahrer! Wer im Vorbeirauschen nur schwarze Schlieren erkennt, hat eben Pech gehabt und ist beim Sehtest einfach mal so durchgefallen.

Was soll den Touristen so ein Ding Marke "Schwarze Schrift auf fast schwarzem Grund" mitteilen? Achtung, da wird es dunkel? Hier gibt es auch Bretter? Oder sollen sie ins Mittelalter entführt werden, so a la: "Und hier war früher der Pranger, der sah so ähnlich aus und war so weit vor der Stadt, das es gar nicht aufgefallen ist, wenn die Leute drin vergessen wurden und langsam vor sich hingewest sind... "? Fragen über Fragen.

Aber pünktlich zur neuen Gutes-Wetter-Saison eine absolute Glanzleistung irgendwelcher hellen Köpfe. Wenigstnes sieht man später die Graffiti-Tags gut drauf.

Apropros preisverdächtig... auch woanders gibt es höchst verdächtige Preise, zum Beispiel an dem alten Wasserwerk. Was da die Baumpflege gekostet hat ist ja der helle Wahnsinn. (Weiter unten im Artikel...).