Politisches aus, in und über Neuruppin. Zum Nachdenken, Überdenken. Manchmal etwas bissig. Original meine eigene Meinung.
Samstag, 11. Februar 2017
Tierisch gute hohe Politik
Es gibt ja nicht nur die Politik hier vor Ort, sondern auch die etwas größere Politik. Da ging es gestern dann auch um Menschen mit Beeinträchtigungen - und ihre Hunde. Eigentlich wollte ich dort gestern hin. Der Bundesrat schiebt in Deutschland eigentlich so die Gesetze an. Wenn er sich trifft, hat er immer eine wirklich enorm lange Tagesordnung mit allerlei Gesetzesvorschlägen, Änderungsvorschlägen für Gesetze und so weiter. Gestern war wieder eine Sitzung des Bundesrates und auf dieser Sitzung war unter Tagesordnungspunkt 26 das Wort „Assistenzhunde“ zu finden. Denn das Land Niedersachsen hat sich dafür eingesetzt, dass es für Assistenzhunde in Zukunft eine gesetzliche Regelung geben soll. Das würde bedeuten, dass es Qualitätsstandards geben würde, die für Hunde, Halter, die Trainer, die Ausbildung und die Gespannprüfer gelten und dass Menschen, die einen Assistenzhund brauchen, den unter bestimmten Vorraussetzungen von der Krankenkasse bezahlt bekommen.
Bislang werden nur Blindenführhunde von Krankenkassen bezahlt. Das ist zwar ganz schön, aber das Problem ist, dass es dort zum Beispiel keine Qualitätsstandards gibt und die Krankenkassen ganz oft weit über 20 000 Euro für einen Hund bezahlen, der seinen blinden Menschen in Lebensgefahr bringt, weil er nicht vernünftig ausgebildet ist. Denn ohne Standards können die Trainer eigentlich für sich selbst entscheiden, wie sie so einen Hund ausbilden, was er können muss und welcher Hund dafür geeignet ist. Wenn man bei Youtube mal ein bisschen schaut, bekommt man echt gruselige Geschichten mit. Letztens wurde mir erzählt, dass ein Blindenführhund sein Herrchen wahrscheinlich ganz zielgerichtet in einen Fluss geführt hat – und das Herrchen ist dann ertrunken und wurde erst viel später gefunden.
Viele Menschen erblinden erst später in ihrem Leben. Stellt euch vor, ihr habt einen Unfall und seid danach blind. Oder ihr bekommt mit Wucht etwas in die Augen und erblindet. Das verändert euer komplettes Leben – denn ihr seid danach ziemlich hilflos. Natürlich kann man lernen, mit seiner Blindheit zu leben. Ich habe auch lange jemandem geholfen, der blind war und alleine in seinem Haus gelebt hat. Dennoch sind blinde Menschen immer auf Hilfe angewiesen. Da, wo andere Menschen mal eben etwas nachgucken können, einfach mal eben irgendwo hinfahren – das geht nicht so einfach, wenn man blind ist. Unterwegs sein – wenn man nichts sehen kann, sieht man auch nicht, wer einem entgegen kommt. Oder ob irgendwo plötzlich eine Baustelle ist, die vielleicht nur unzureichend gesichert ist und wo man stürzt. Man sieht nicht, ob irgendein Vollidiot sein Rad einfach mal eben mitten in den Weg gestellt hat, ob man in Hundekacke tritt, über den Haufen gefahren wird und so weiter. Es gibt viele toll ausgebildete Blindenhunde, die bis zu 40 Kommandos beherrschen und ihrem Besitzer mehr Lebensqualität ermöglichen. Es gibt aber eben auch viele extrem schlecht ausgebildete Hunde, die ihren Besitzer immer wieder in Lebensgefahr bringen.
Das gibt es auch bei anderen Assistenzhunden. Es gibt wirklich gut ausgebildete Hunde, die ihre Aufgabe ganz hervorragend meistern und ihr Geld, dass der Mensch irgendwie aufbringen muss, wirklich wert sind. Es gibt aber leider auch viele Assistenzhunde, die nicht gut ausgebildet sind, obwohl sie von Assistenzhundetrainern für sehr viel Geld ausgebildet werden und diese Trainer ihren Kunden viel zugesagt haben. Denn mit Assistenzhunden lässt sich enorm viel Geld verdienen, wenn man es nicht so genau mit allem nimmt und einem eigentlich völlig egal ist, ob der Hund seinem Besitzer zum Teil tatsächlich das Leben retten soll oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass es hier endlich vernünftige Regelungen gibt. In Österreich gibt es die zum Beispiel schon. Es gibt sie dort auch erst ein paar Jahre und man lernt dort auch aus den Erfahrungen, die damit gesammelt werden – aber im Großen und Ganzen können sich diejenigen, die in Österreich einen geprüften Assistenzhund bekommen, darauf verlassen, dass der Hund tatsächlich seinen Job gut macht und dass sie selbst auch in Hundedingen gut ausgebildet sind. Es gibt dort auch Regelungen was Assistenzhunde dürfen, denn sie haben mehr Rechte als Haushunde.
In Deutschland ist das, was Assistenzhunde dürfen, bislang über das Allgemeine Gleichstellungsgesetz geregelt. Das bedeutet, Assistenzhunde für Diabetiker, Gehörlose, Epileptiker, Autisten, PTBS´ler, Narkoleptiker und so weiter sind nach diesem Gesetz Blindenführhunden gleichgestellt. Alle diese Hunde helfen ihrem Menschen, mit einer Beeinträchtigung besser klar zu kommen. Es wäre aber schön, wenn es bessere und auch für Menschen, die sich nicht so gut mit Assistenzhunden auskennen, klarere Regelungen geben würde.
Der Bundesrat hat mit seiner Entscheidung, dass es dazu eine gesetzliche Regelung geben soll, einen wichtigen Schritt gemacht. ABER... es diese Entscheidung muss noch vom BundesTAG bestätigt werden. Erst wenn auch die ganzen Abgeordneten im Bundestag beschließen, dass sie so etwas sinnvoll finden, wird die tatsächliche Gesetzgebung dafür angeschoben. Es bleibt also noch ein bisschen spannend.
Da der Tagesordnungspunkt aber im Bundesrat gestern zusammen mit anderen Punkten auf der so genannten „Grünen Liste“ zusammengefasst wurde und alles was auf dieser Liste ist, ohne Diskussion und im Block abgestimmt wird, habe ich mir den Aufwand erspart, dabei zu sein, sondern via Livestream und Chat mit dem Vorstand von Lichtblicke e. V. die Sache verfolgt. So viel erst einmal zur aktuellen tierisch guten Politik.
Als Nebeneffekt hat sich gestern Herr Holler auf Twitter gemeldet und auf einen TAZ-Artikel verwiesen, in dem es darum ging, dass viele Kleinselbstständige sich keine Krankenkassenbeiträge leisten können, weil diese gemessen an ihrem Einkommen viel zu hoch sind. Auch dazu gab es gestern im Bundesrat einen Gesetzesvorschlag das zu ändern. Sogar mit Redner. So konnte ich ihn dann gleich auf den aktuellen Stand bringen. Vertagt wurde übrigens die Diskussion um Winterreifen bei Motorrädern und um abnehmbare Beleuchtung an Fahrrädern. Nun ja, ist ja auch schon fast wieder Sommer.
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Mittwoch, 8. Februar 2017
Politik kann ja echt interessant sein
Gestern wurde es im Haupt- und Finanzausschuss ein bisschen turbulent, durcheinander und zum Teil etwas laut.
Warum? Na, aus dem Grund, aus dem ihr nun oben im Untertitel eine Erweiterung seht. Das alles, was hier steht, MEINE Meinung ist. Auch wenn ich im Kulturbeirat bin, auch wenn ich im Arbeitskreis barrierefreie Stadt Neuruppin bin.
Aber was HIER steht, ist MEINE Meinung.
Und Politik wird dann interessant, wenn mir jahrelang Bewohner aus Neuruppin erklären "boah, die in ihrem Elfenbeinturm machen doch sowieso was sie wollen!" und ich das immer versucht habe zu relativieren. Bis zu der Erkenntnis - ne, ist ja tatsächlich so!
Wie komme ich zu der Erkenntnis? Also, im letzten Beitrag hatte ich ja von der Frau geschrieben, die sich im Sozialausschuss vorgestellt hat und die gerne Behindertenbeauftragte werden würde. Ihre Vorstellung war ja ein bisschen merkwürdig und ich habe mir wirklich viele Gedanken gemacht, was wohl wäre, wenn jemand das Ehrenamt macht, der eigentlich kaum dafür geeignet erscheint. Und... ich habe in dem ganzen Blogartikel nicht einmal den Namen genannt.
Erschienen ist dieser Artikel von mir am 18. Januar.
Eine Beschlussvorlage, dass ganz konkret diese Frau gewählt werden soll, ist aber erst zum 24. Januar erschienen. Also NACH dem Sozialausschuss, wo diese Beschlussvorlage aufgrund der Tatsache, dass es ein soziales Thema ist, eigentlich zur Abstimmung hingehört hätte. Denn der Sozialausschuss ist dafür das entsprechende Fachgremium der Stadt, das mit seinem Beschluss dann eine Empfehlung an die Stadtverordnetenversammlung gibt.
Diese Beschlussvorlage ist aber genau wenige Tage NACH meinem Artikel in der Stadt-Ratte veröffentlicht worden, nämlich am 24. Januar.
Das ist doch schon sehr merkwürdig - oder? Da hat man extra ein Fachgremium für soziale Belange in der Stadt und da stellt sich diese Person lediglich vor - aber es wird nicht beschlossen, ob sie tatsächlich gewählt werden sollte oder nicht, sondern das "Huch, wir müssen die ja WÄHLEN" kommt erst NACH dem Stadt-Ratten-Artikel?
Und es ist ja noch nicht einmal so, dass man sagen könnte "OK, bis zum nächsten Sozialausschuss sind es noch zwei Monate, das dauert zu lange um es dann erst zu beschließen!" (wobei das nach all der Zeit auch egal wäre). Nein, gerade jetzt sind die beiden sogenannten "Sitzungsschienen" ganz dicht aufeinander, der nächste Sozialausschuss ist am 28. Februar. Da hätte man locker dann die Beschlussvorlage auf die Tagesordnung nehmen können, damit das Fachgremium entscheiden kann.
Aber... aus irgendwelchen Gründen wollte man jetzt regelrecht über das Knie brechen, dass genau diese Frau gewählt wird, die bislang mehr von Pferden und Katzen erzählt hat als von Behinderten. Noch etwas - in der Beschlussvorlage, über die gestern das erste Mal abgestimmt wurde, steht klipp und klar drin "Frau X ist auf der HFA-Sitzung anwesend, damit Fragen gestellt werden können". Sie war gestern aber nicht anwesend.
Das ist zwar doof, aber das Leute, die auf Sitzungen angekündigt werden, nicht auftauchen, kommt ab und zu mal vor. Sie werden krank oder was auch immer. Nur - bislang wurde das immer auch bekannt gegeben und diese Person entschuldigt, damit jeder bescheid weiß, warum sie nicht da ist.
Gestern? Kein Sterbenswort darüber, warum sie nicht anwesend ist, keine Entschuldigung, nix. Gewählt wurde nach dem Motto: "Wir kennen sie zwar nicht, wir wissen eigentlich auch nichts über ihre Qualifikation - aber wir wählen sie allein aus dem Grund, weil es Kritik gegen sie und das Vorgehen gegeben hat!". Wer MIR vorwirft, mein Verhalten wäre unfair, unterirdisch und absolut unangemessen - der hat alles das gestern mit seinem Verhalten noch locker getoppt. Das ist meine Meinung.
Es geht in Neuruppin nicht darum, dass es eine vernünftige Behindertenpolitik gibt, bei der die Betroffenen sachkundig und adäquat vertreten werden. Darum geht es ganz offensichtlich als Allerletztes.
Und ja, damit gebe ich allen Recht, die immer schon gesagt haben "Die im Elfenbeinturm machen doch sowieso was sie wollen!". Mit einer Ausnahme, und die möchte ich ganz besonders hervorheben. Es gab ZWEI Leute gestern, die das Vorgehen der Stadt NICHT richtig gefunden haben und sich für den Arbeitskreis barrierefreie Stadt eingesetzt haben. Das waren Frau Funk und Herr Ballast von Pro Ruppin. Dafür musste gerade Frau Funk, die ja nun wirklich fast täglich mit den Problemen für Menschen mit Rollatoren, Rollstühlen etc. hier zu tun hat, enorm viel Schimpfe von anderen weiblichen Stadtverordneten einstecken.
Es ist schon echt merkwürdig, wenn ausgerechnet von Pro Ruppin Rückhalt für den schon bestehenden Arbeitskreis und seiner Fachkompetenz kommt und nicht von allen, die in allen Werbeslogans sich mit dem Wort "sozial" schmücken und alle bis auf Pro Ruppin eine Person wählen, die sie selbst zum größten Teil nicht einmal kennen und wo der eigentliche Fachausschuss mit einer Beschlussfassung sogar übergangen wurde. Genau so merkwürdig ist es, dass diese Person seit 2015 in der CDU ist, die sie vorgeschlagen hat - und diese Partei nachweislich von der Existenz des Arbeitskreises schon vor dem letzten Sozialausschuss wusste - aber diese Person angeblich nichts von dem bestehenden Arbeitskreis wusste. Dieser Arbeitskreis, der sich vor vielen Jahren aus einer Initiative der Stadt gegründet hat, verschickt so ziemlich jeden Monat Sitzungsprotokolle an jede Fraktion und alle anderen, die so ein Protokoll haben wollen um auf dem Laufenden zu sein, was die Belange von Behinderten hier in der Stadt angeht.
Und die wussten also tatsächlich seit rund zwei Jahren trotz Präsenz in den Sitzungen und der Protokolle nicht, dass es einen Arbeitskreis barrierefreie Stadt Neuruppin gibt? Denn das steht so sogar in den öffentlichen Sitzungsunterlagen des Sozialausschusses.
Ich weise noch mal auf den geänderten Header hin.
Und danke an alle, die mich immer gewarnt haben.Wieder ein bisschen schlauer.
Nachsatz...
Warum schreibe ich hier nicht den Namen der Frau (und im vorherigen Thread auch nicht)? Ja, könnte ich. Locker... aber ich tue es (bislang übrigens, das kann sich ja irgendwann noch mal ändern) aus einem ganz bestimmten Grund nicht und der heißt kurz und knackig SEO. Oder gerne auch "google". SEO heißt eigentlich "Suchmaschinenoptimierung". Was nicht mehr und nicht weniger bedeutet als wenn man einen Begriff bei google oder so eingibt, dass die Suchmaschine alles zu dem Begriff aus dem WWW heraussucht. Würde ich den Namen also hier ausschreiben oder auch im vorherigen Beitrag, dann würde Google diese Beiträge anzeigen, wenn jemand nach ihr sucht. Das ist dann ein bisschen hässlich, wenn mehrere eher negative Beiträge zu einer Person erscheinen, einfach nur, weil die sich vielleicht völlig verpeilt hat. Oder weil ihr sonstwas für Sachen erzählt worden sind, die so nicht stimmen, die sie aber vielleicht geglaubt hat und dann ganz böse reingefallen ist. Sie verdient ihr Geld damit, dass Leute jemanden wie sie suchen und beauftragen. Und je mehr negative Sachen über sie zu finden sind, desto blöder steht sie da. Deshalb nenne ich hier ihren Namen nicht, denn ich denke, der Scherbenhaufen ist schon groß genug für sie.
Warum? Na, aus dem Grund, aus dem ihr nun oben im Untertitel eine Erweiterung seht. Das alles, was hier steht, MEINE Meinung ist. Auch wenn ich im Kulturbeirat bin, auch wenn ich im Arbeitskreis barrierefreie Stadt Neuruppin bin.
Aber was HIER steht, ist MEINE Meinung.
Und Politik wird dann interessant, wenn mir jahrelang Bewohner aus Neuruppin erklären "boah, die in ihrem Elfenbeinturm machen doch sowieso was sie wollen!" und ich das immer versucht habe zu relativieren. Bis zu der Erkenntnis - ne, ist ja tatsächlich so!
Wie komme ich zu der Erkenntnis? Also, im letzten Beitrag hatte ich ja von der Frau geschrieben, die sich im Sozialausschuss vorgestellt hat und die gerne Behindertenbeauftragte werden würde. Ihre Vorstellung war ja ein bisschen merkwürdig und ich habe mir wirklich viele Gedanken gemacht, was wohl wäre, wenn jemand das Ehrenamt macht, der eigentlich kaum dafür geeignet erscheint. Und... ich habe in dem ganzen Blogartikel nicht einmal den Namen genannt.
Erschienen ist dieser Artikel von mir am 18. Januar.
Eine Beschlussvorlage, dass ganz konkret diese Frau gewählt werden soll, ist aber erst zum 24. Januar erschienen. Also NACH dem Sozialausschuss, wo diese Beschlussvorlage aufgrund der Tatsache, dass es ein soziales Thema ist, eigentlich zur Abstimmung hingehört hätte. Denn der Sozialausschuss ist dafür das entsprechende Fachgremium der Stadt, das mit seinem Beschluss dann eine Empfehlung an die Stadtverordnetenversammlung gibt.
Diese Beschlussvorlage ist aber genau wenige Tage NACH meinem Artikel in der Stadt-Ratte veröffentlicht worden, nämlich am 24. Januar.
Das ist doch schon sehr merkwürdig - oder? Da hat man extra ein Fachgremium für soziale Belange in der Stadt und da stellt sich diese Person lediglich vor - aber es wird nicht beschlossen, ob sie tatsächlich gewählt werden sollte oder nicht, sondern das "Huch, wir müssen die ja WÄHLEN" kommt erst NACH dem Stadt-Ratten-Artikel?
Und es ist ja noch nicht einmal so, dass man sagen könnte "OK, bis zum nächsten Sozialausschuss sind es noch zwei Monate, das dauert zu lange um es dann erst zu beschließen!" (wobei das nach all der Zeit auch egal wäre). Nein, gerade jetzt sind die beiden sogenannten "Sitzungsschienen" ganz dicht aufeinander, der nächste Sozialausschuss ist am 28. Februar. Da hätte man locker dann die Beschlussvorlage auf die Tagesordnung nehmen können, damit das Fachgremium entscheiden kann.
Aber... aus irgendwelchen Gründen wollte man jetzt regelrecht über das Knie brechen, dass genau diese Frau gewählt wird, die bislang mehr von Pferden und Katzen erzählt hat als von Behinderten. Noch etwas - in der Beschlussvorlage, über die gestern das erste Mal abgestimmt wurde, steht klipp und klar drin "Frau X ist auf der HFA-Sitzung anwesend, damit Fragen gestellt werden können". Sie war gestern aber nicht anwesend.
Das ist zwar doof, aber das Leute, die auf Sitzungen angekündigt werden, nicht auftauchen, kommt ab und zu mal vor. Sie werden krank oder was auch immer. Nur - bislang wurde das immer auch bekannt gegeben und diese Person entschuldigt, damit jeder bescheid weiß, warum sie nicht da ist.
Gestern? Kein Sterbenswort darüber, warum sie nicht anwesend ist, keine Entschuldigung, nix. Gewählt wurde nach dem Motto: "Wir kennen sie zwar nicht, wir wissen eigentlich auch nichts über ihre Qualifikation - aber wir wählen sie allein aus dem Grund, weil es Kritik gegen sie und das Vorgehen gegeben hat!". Wer MIR vorwirft, mein Verhalten wäre unfair, unterirdisch und absolut unangemessen - der hat alles das gestern mit seinem Verhalten noch locker getoppt. Das ist meine Meinung.
Es geht in Neuruppin nicht darum, dass es eine vernünftige Behindertenpolitik gibt, bei der die Betroffenen sachkundig und adäquat vertreten werden. Darum geht es ganz offensichtlich als Allerletztes.
Und ja, damit gebe ich allen Recht, die immer schon gesagt haben "Die im Elfenbeinturm machen doch sowieso was sie wollen!". Mit einer Ausnahme, und die möchte ich ganz besonders hervorheben. Es gab ZWEI Leute gestern, die das Vorgehen der Stadt NICHT richtig gefunden haben und sich für den Arbeitskreis barrierefreie Stadt eingesetzt haben. Das waren Frau Funk und Herr Ballast von Pro Ruppin. Dafür musste gerade Frau Funk, die ja nun wirklich fast täglich mit den Problemen für Menschen mit Rollatoren, Rollstühlen etc. hier zu tun hat, enorm viel Schimpfe von anderen weiblichen Stadtverordneten einstecken.
Es ist schon echt merkwürdig, wenn ausgerechnet von Pro Ruppin Rückhalt für den schon bestehenden Arbeitskreis und seiner Fachkompetenz kommt und nicht von allen, die in allen Werbeslogans sich mit dem Wort "sozial" schmücken und alle bis auf Pro Ruppin eine Person wählen, die sie selbst zum größten Teil nicht einmal kennen und wo der eigentliche Fachausschuss mit einer Beschlussfassung sogar übergangen wurde. Genau so merkwürdig ist es, dass diese Person seit 2015 in der CDU ist, die sie vorgeschlagen hat - und diese Partei nachweislich von der Existenz des Arbeitskreises schon vor dem letzten Sozialausschuss wusste - aber diese Person angeblich nichts von dem bestehenden Arbeitskreis wusste. Dieser Arbeitskreis, der sich vor vielen Jahren aus einer Initiative der Stadt gegründet hat, verschickt so ziemlich jeden Monat Sitzungsprotokolle an jede Fraktion und alle anderen, die so ein Protokoll haben wollen um auf dem Laufenden zu sein, was die Belange von Behinderten hier in der Stadt angeht.
Und die wussten also tatsächlich seit rund zwei Jahren trotz Präsenz in den Sitzungen und der Protokolle nicht, dass es einen Arbeitskreis barrierefreie Stadt Neuruppin gibt? Denn das steht so sogar in den öffentlichen Sitzungsunterlagen des Sozialausschusses.
Ich weise noch mal auf den geänderten Header hin.
Und danke an alle, die mich immer gewarnt haben.Wieder ein bisschen schlauer.
Nachsatz...
Warum schreibe ich hier nicht den Namen der Frau (und im vorherigen Thread auch nicht)? Ja, könnte ich. Locker... aber ich tue es (bislang übrigens, das kann sich ja irgendwann noch mal ändern) aus einem ganz bestimmten Grund nicht und der heißt kurz und knackig SEO. Oder gerne auch "google". SEO heißt eigentlich "Suchmaschinenoptimierung". Was nicht mehr und nicht weniger bedeutet als wenn man einen Begriff bei google oder so eingibt, dass die Suchmaschine alles zu dem Begriff aus dem WWW heraussucht. Würde ich den Namen also hier ausschreiben oder auch im vorherigen Beitrag, dann würde Google diese Beiträge anzeigen, wenn jemand nach ihr sucht. Das ist dann ein bisschen hässlich, wenn mehrere eher negative Beiträge zu einer Person erscheinen, einfach nur, weil die sich vielleicht völlig verpeilt hat. Oder weil ihr sonstwas für Sachen erzählt worden sind, die so nicht stimmen, die sie aber vielleicht geglaubt hat und dann ganz böse reingefallen ist. Sie verdient ihr Geld damit, dass Leute jemanden wie sie suchen und beauftragen. Und je mehr negative Sachen über sie zu finden sind, desto blöder steht sie da. Deshalb nenne ich hier ihren Namen nicht, denn ich denke, der Scherbenhaufen ist schon groß genug für sie.
Dienstag, 17. Mai 2016
Preisverdächtig!
Heute möchte ich euch auf die absolute Glanzleistung an Beschilderung aufmerksam machen. Ist das nicht absolut PREISVERDÄCHTIG?
Schwarze Schrift auf fast schwarzem Grund dort, wo Autos mit mindestens Tempo 50 vorbeibrettern. Ein Sehtest für Autofahrer! Wer im Vorbeirauschen nur schwarze Schlieren erkennt, hat eben Pech gehabt und ist beim Sehtest einfach mal so durchgefallen.
Was soll den Touristen so ein Ding Marke "Schwarze Schrift auf fast schwarzem Grund" mitteilen? Achtung, da wird es dunkel? Hier gibt es auch Bretter? Oder sollen sie ins Mittelalter entführt werden, so a la: "Und hier war früher der Pranger, der sah so ähnlich aus und war so weit vor der Stadt, das es gar nicht aufgefallen ist, wenn die Leute drin vergessen wurden und langsam vor sich hingewest sind... "? Fragen über Fragen.
Aber pünktlich zur neuen Gutes-Wetter-Saison eine absolute Glanzleistung irgendwelcher hellen Köpfe. Wenigstnes sieht man später die Graffiti-Tags gut drauf.
Apropros preisverdächtig... auch woanders gibt es höchst verdächtige Preise, zum Beispiel an dem alten Wasserwerk. Was da die Baumpflege gekostet hat ist ja der helle Wahnsinn. (Weiter unten im Artikel...).
Apropros preisverdächtig... auch woanders gibt es höchst verdächtige Preise, zum Beispiel an dem alten Wasserwerk. Was da die Baumpflege gekostet hat ist ja der helle Wahnsinn. (Weiter unten im Artikel...).
Montag, 18. April 2016
Ich will ja nicht nur meckern... Nachschlag 2...
Whow, die Stadt-Ratte hat innerhalb von zwei Tagen etwas fertig gebracht, was Ruppi-Struppi so noch nicht hinbekommen hat... 223 und 112 Zugriffe. Danke. Ich scheine irgendwie einen Nerv getroffen zu haben. Heute auf der Montagsdemo war es dann eigentlich auch ganz lustig, weil ich zu drei Leuten gegangen bin, wo ich wusste, einer hat da garantiert noch nicht draufgeschaut, einer hat es garantiert mitbekommen - und Nummer drei ist es zugetragen worden und er ist angepiekst. Jepp, der war dann auch ganz schnell verschwunden.
So, aber weil ich noch ein bisschen nachgedacht habe wollte ich zumindest einen Gegenvorschlag machen, wo man Parkmöglichkeiten schaffen könnte. Wenn die Architekten und Investoren sich nicht ganz so blöd anstellen, bekommt man das nämlich auch ohne Tiefgarage und Aufstockung des bestehenden Parkhauses hin.
Ziel der Tiefgarage ist ja, das in dem geplanten "Monaco von Neuruppin" möglichst wenig Autos an den Häusern stehen. Es ist nun einmal lukrativer, ein paar tausend Euro pro Quadratmeter für Wohnfläche zu verlangen als den Leuten klar zu machen, ihr Parkplatz kostet ob der Quadratmeter das Dreifache wie ein Gutshaus mit 1.500 qm Wohnfläche auf dem Dorf (aber - zumindest sind im Gutshaus dann die Wände genau so feucht wie die Tiefgarage wohl wäre, wenn man sie nicht wie so einen Güllekeller bauen würde, wo nix durchsickern darf...).
Sehr interessant finde ich übrigens auch die Aussage eines Menschen von der Seetor-Residenz-Gesellschaft, das sie unter diesem Betonbau für Besserbetuchte extra KEINE Tiefgarage gebaut haben, weil der Boden dort so dermaßen weich ist, das sie das ganze Gewicht des Baues auf eine Betonplatte gesetzt haben (im Bild Pi mal Daumen das gelbe Rechteck). Ah... ja.... aber komischer Weise ist dann 50 Meter weiter der Boden wie durch Zauberhand so fest, das man eine Tiefgarage bauen KÖNNTE? Gut, ich bin kein Bauingenieur oder so etwas. Ich finde es nur überraschend unlogisch.
Deshalb... tataaaa... weil ich mich ja bemühe, nicht nur immer zu kritisieren, sondern auch mal konstruktiv zu sein... mein Gegenvorschlag.
Der nette von den Investoren sicherlich gut bezahlte Planer stellte nämlich auch vor, das entlang der Steinstraße VOR der Stadtmauer dann noch auf jeder Seite so ein Häuserriegel (klingt irgendwie nach Schokolade... bleibt einem aber weit schneller im Hals stecken als ein Schokoriegel...) gebaut werden soll, wie gleich hinter der Stadtmauer an der Steinstraße. Mit imitierten Stadttoren an der Ernst-Toller-Straße und Seepromenade und so´n Gedöns. Etwas die roten Flächen auf dem Foto.
Nun wären ja genau diese "Häuserriegel" ohnehin nicht so lukrativ zu vermarkten und vor allem - und da sollte man sich auch drüber klar sein - letztlich auch nix anderes als bewohnte Lärmschutzwälle für das Klein-Monaco und - böse gesagt - so eine Art "Resterampen-Angebot" für diejenigen, die sich Klein-Monaco nicht leisten können, aber dennoch dort irgendwie wohnen können. Noch böser gesagt: früher hätte man "Gesindehäuser" gesagt, aber die wären selbst für die Angestellten der Klein-Monaco-Bauten zu teuer.
Aber wenn man ohnehin dort Gebäude plant, die eigentlich weniger Wert haben - warum verbindet man dort nicht Parkflächen und Wohnflächen? Was spricht dagegen, zumindest mal Entwürfe anzufertigen, wie man dort ohne große hässliche Klötze den Leuten einfach vor die Nase zu ballern, Parkflächen anlegen könnte, die sich quasi im "Erdgeschoss" befinden, zur Straße hin dann eben auch keine Parkhausoptik haben - was ja kein Problem darstellen dürfte - und oben drüber werden Wohnungen angelegt? Wenn man auf dem Foto mal schaut, wie viele Parkflächen auf dem Parkhaus aufgemalt sind und das dann mal gedanklich auf so einen Häuserriegel projiziert, merkt man schnell, da ist Potential!
Gerade auf dem Stück zur Ernst-Toller-Straße sollte das auch vom Wendekreis eines Autos her doch das kleinste Problem sein und mit durchdachter Planung bekommt man dort dann überirdisch so ziemlich alle Autos unter, die eigentlich in der Tiefgarage verschwinden sollten UND noch attraktiven Wohnraum, der ob der Lage in der ersten Etage wenigstens noch ein bisschen Grün und Himmel sehen lässt und sogar die Möglichkeit bieten würde, alle Eingänge mit Pflanzen zu begrünen, wenn man nämlich auf der Rückseite so breite Laubengänge anbaut, das für jede Wohnung noch ein bisschen Platz bleibt um so eine Art "Vorgarten" anzulegen.
Dann wären die Parkflächen nicht oberhalb der Stadtmauer zu sehen, sondern nur die Wohnbebauung mit viel Grün - und ich bin mir relativ sicher... wer so viel Geld aufbringen würde, eine große Tiefgarage zu bauen, der kann auch das Geld aufbringen, um ebenerdige Parkflächen in Häuserriegel zu integrieren und damit so verträglich und schonende wie möglich zu agieren. Man muss nur Ideen haben, dann geht das auch.
So, aber weil ich noch ein bisschen nachgedacht habe wollte ich zumindest einen Gegenvorschlag machen, wo man Parkmöglichkeiten schaffen könnte. Wenn die Architekten und Investoren sich nicht ganz so blöd anstellen, bekommt man das nämlich auch ohne Tiefgarage und Aufstockung des bestehenden Parkhauses hin.
Ziel der Tiefgarage ist ja, das in dem geplanten "Monaco von Neuruppin" möglichst wenig Autos an den Häusern stehen. Es ist nun einmal lukrativer, ein paar tausend Euro pro Quadratmeter für Wohnfläche zu verlangen als den Leuten klar zu machen, ihr Parkplatz kostet ob der Quadratmeter das Dreifache wie ein Gutshaus mit 1.500 qm Wohnfläche auf dem Dorf (aber - zumindest sind im Gutshaus dann die Wände genau so feucht wie die Tiefgarage wohl wäre, wenn man sie nicht wie so einen Güllekeller bauen würde, wo nix durchsickern darf...).
Sehr interessant finde ich übrigens auch die Aussage eines Menschen von der Seetor-Residenz-Gesellschaft, das sie unter diesem Betonbau für Besserbetuchte extra KEINE Tiefgarage gebaut haben, weil der Boden dort so dermaßen weich ist, das sie das ganze Gewicht des Baues auf eine Betonplatte gesetzt haben (im Bild Pi mal Daumen das gelbe Rechteck). Ah... ja.... aber komischer Weise ist dann 50 Meter weiter der Boden wie durch Zauberhand so fest, das man eine Tiefgarage bauen KÖNNTE? Gut, ich bin kein Bauingenieur oder so etwas. Ich finde es nur überraschend unlogisch.
Deshalb... tataaaa... weil ich mich ja bemühe, nicht nur immer zu kritisieren, sondern auch mal konstruktiv zu sein... mein Gegenvorschlag.
Der nette von den Investoren sicherlich gut bezahlte Planer stellte nämlich auch vor, das entlang der Steinstraße VOR der Stadtmauer dann noch auf jeder Seite so ein Häuserriegel (klingt irgendwie nach Schokolade... bleibt einem aber weit schneller im Hals stecken als ein Schokoriegel...) gebaut werden soll, wie gleich hinter der Stadtmauer an der Steinstraße. Mit imitierten Stadttoren an der Ernst-Toller-Straße und Seepromenade und so´n Gedöns. Etwas die roten Flächen auf dem Foto.
Nun wären ja genau diese "Häuserriegel" ohnehin nicht so lukrativ zu vermarkten und vor allem - und da sollte man sich auch drüber klar sein - letztlich auch nix anderes als bewohnte Lärmschutzwälle für das Klein-Monaco und - böse gesagt - so eine Art "Resterampen-Angebot" für diejenigen, die sich Klein-Monaco nicht leisten können, aber dennoch dort irgendwie wohnen können. Noch böser gesagt: früher hätte man "Gesindehäuser" gesagt, aber die wären selbst für die Angestellten der Klein-Monaco-Bauten zu teuer.
Aber wenn man ohnehin dort Gebäude plant, die eigentlich weniger Wert haben - warum verbindet man dort nicht Parkflächen und Wohnflächen? Was spricht dagegen, zumindest mal Entwürfe anzufertigen, wie man dort ohne große hässliche Klötze den Leuten einfach vor die Nase zu ballern, Parkflächen anlegen könnte, die sich quasi im "Erdgeschoss" befinden, zur Straße hin dann eben auch keine Parkhausoptik haben - was ja kein Problem darstellen dürfte - und oben drüber werden Wohnungen angelegt? Wenn man auf dem Foto mal schaut, wie viele Parkflächen auf dem Parkhaus aufgemalt sind und das dann mal gedanklich auf so einen Häuserriegel projiziert, merkt man schnell, da ist Potential!
Gerade auf dem Stück zur Ernst-Toller-Straße sollte das auch vom Wendekreis eines Autos her doch das kleinste Problem sein und mit durchdachter Planung bekommt man dort dann überirdisch so ziemlich alle Autos unter, die eigentlich in der Tiefgarage verschwinden sollten UND noch attraktiven Wohnraum, der ob der Lage in der ersten Etage wenigstens noch ein bisschen Grün und Himmel sehen lässt und sogar die Möglichkeit bieten würde, alle Eingänge mit Pflanzen zu begrünen, wenn man nämlich auf der Rückseite so breite Laubengänge anbaut, das für jede Wohnung noch ein bisschen Platz bleibt um so eine Art "Vorgarten" anzulegen.
Dann wären die Parkflächen nicht oberhalb der Stadtmauer zu sehen, sondern nur die Wohnbebauung mit viel Grün - und ich bin mir relativ sicher... wer so viel Geld aufbringen würde, eine große Tiefgarage zu bauen, der kann auch das Geld aufbringen, um ebenerdige Parkflächen in Häuserriegel zu integrieren und damit so verträglich und schonende wie möglich zu agieren. Man muss nur Ideen haben, dann geht das auch.
Sonntag, 17. April 2016
Nachschlag...
Hier noch ein paar Bilder zum Thema Parkhaus und Tiefgarage als Nachschlag. Oben habe ich auf Google-Maps mal geschaut, wo in etwa die Tiefgarage eigentlich gebaut werden soll. Ungefähr da beim roten Kreis. Den habe ich mal auf etwa 60 Meter Durchmesser gesetzt. Nicht, weil die Tiefgarage rund und 60 Meter im Durchmesser werden soll, sondern einfach, weil es für mich dann einfacher ist, überhaupt ein bisschen die Ausmaße zu begreifen. Für euch ja vielleicht auch...
Dann habe ich mal, weil ich mich ja geärgert habe, das es bei den ganzen Modellen immer nur Draufsichten gab, ein paar Fotos gemacht, die zeigen, wo das Ding eigentlich hin soll und wie das nun mit dem Parkhaus ist. Denn letztlich wissen zwar viele Neuruppiner, dass das Seetorviertel bei der alten Feuerlöscherfabrik ist, aber viel mehr wie es da eigentlich aktuell aussieht, wissen sie nicht. Das Google-Maps-Bild ist übrigens nicht mehr aktuell was die Gebäude etc. anbelangt.
Auf diesem Bild sieht man ein Teil des "Filetstücks". Also des zukünftigen Neuruppiner Monacos. Dort in etwa soll die Tiefgarage hin. Seht ihr das hohe Haus hinten an der Steinstraße? Also solche Häuser"riegel" werden dort unter anderem auch gebaut. Für Besserverdienende und halt so hoch, das die Leute an der Leineweberstraße und so dann zum Teil auf... böse gesagt... Plattenbauten für Besserverdienende gucken dürfen.
Und nein, ich bin mit dem virtuellen Schlammwerfen noch nicht ganz fertig... soll sich ja lohnen, das manche Leute jetzt mal wieder sauer auf mich sind, weil ich die Klappe nicht einfach halte...
So sieht es übrigens auf dem obersten Deck vom Parkhaus aus, das durch Gitter abgesperrt ist, weil es ohnehin nur von Jugendlichen zum Skateboardfahren genutzt wurde. Wie man sieht, wurde gleich beim Bau schon eingeplant, es noch weiter in die Höhe zu ziehen. Ebenso sieht man, dass das jetzt obere Deck schon über die Stadtmauer geht. Mit gar nicht mal so viel Phantasie kann man sich dann vorstellen, wie die Leute da hinten in den Häusern irgendwann "hoch erfreut" auf ein hässliches Parkhaus schauen und sich dieses quasi wie ein Fremdkörper jenseits der Stadtmauer erhebt.
Da hat es sich doch für die Leute in der Seestraße etc. voll gelohnt, so viel Geld in die Sanierung ihrer Häuser zu stecken um dann letztlich so eine Art "Tritt in den Arsch" zu kommen, weil man gerne die nächsten Geldquellen anzapfen würde...
Hier ein Blick durchs Absperrgitter des kaum genutzten Parkhauses. Übrigens finde ich es ganz "hervorragend", wenn im Untergeschoss ein Frauenparkplatz dann so zwischen zwei Pfeilern ist, dass man ggf. als Mutter hinten die Türen vom Wagen gar nicht aufbekommt, ohne an einen Pfeiler oder gar an eine Mauer damit zu krachen. Super überlegt! Ehrlich! Genauso wie die Überlegung, das die Behindertenstellplätze im Untergeschoss in der Nähe des Zuganges zum Fischerweg und damit zur Stadtmauer / Leineweberstraße sind. Also ein Bereich, den man nur über Stufen erreicht.
Ah ja und dann gibt es natürlich auch auf dem höheren Parkdeck noch Frauenparkplätze. In der Nähe der Treppe mit den Gitterrosten. Finde ich auch voll klasse und enorm weit in die Zukunft geplant, immerhin ICH trage ja keine Schuhe mit Stöckchenabsätzen dran, andere aber schon und wenn frau damit dann umknickt und sich verletzt - der Arzt ist gleich um die Ecke, die Physiotherapie auch, ein weiteres Ärztehaus ist geplant. Boah. Was für eine weitreichende Taktik! ;-). Wie man sieht, sorgt auch eine eindeutige Beschilderung für die klare Ansage: Frauenparkplätze, Männer, macht euch vom Acker!
Fertig mit Schlamm werfen! :-D
Gedanken zum Seetorviertel
Letztens war eine Sondersitzung des Bau- und Wirtschaftsausschusses. Dort wurde die Planung zum Seetorviertel vorgestellt. Also zu dem ehemaligen Industriegelände bei der Therme. Da gab es erst jahrelang Probleme wegen dem verseuchten Boden und es wurde sich darüber gestritten, wer bitte dafür aufkommt, dass der Boden entkontaminiert bzw. ausgetauscht wird. Freudestrahlend war dann letztes Jahr in der Zeitung zu lesen, das es eine Einigung gegeben hätte und es nun dort endlich weiter gehen würde.
Man sieht es an der "Seetorresidenz", einem in der Planung sehr hässlichen Betonklotz mit eigenem Hafen für besser Betuchte, der dort als erstes hochgezogen wurde bzw. immer noch im Bau ist. Das ganze ehemalige Industriegelände teilen sich nur wenige Investoren. Ein bisschen gehört der Stadt, ein bisschen der Gesellschaft, der die Therme gehört und der dritte Teil gehört Prima Solar. Mir fehlen irgendwie noch Opitz und Kaatsch in der Reihe, dann wären "die Macher", wo man irgendwie den Eindruck gewinnt, denen gehört ohnehin halb Neuruppin komplett.
Nun stellte ein freundlicher Herr also die Planungen für das Seetorviertel vor und zeigte anhand von Modellen, wie toll das doch alles aussehen könnte, wie gut es für Neuruppin wäre und wie viel Geld es in die Stadt... äh... vergesst es. Da ziehen Leute hin, die dermaßen viel Kohle haben, das sie über das K6 in ihrer weiteren Nachbarschaft die Nase rümpfen werden. Da ziehen Leute hin, die dermaßen viel Geld haben, das sie vielleicht private Wachdienste anheuern, damit ihr Hab und Gut bloß gut geschützt ist. Da ziehen Leute hin, die sich dadurch profilieren wollen, das sie es sich leisten können, dort zu wohnen. Und denen alles andere eigentlich ziemlich scheißegal sein wird.
Vorgestellt wurde unter anderem die Planung einer riesigen Tiefgarage um dort die Mehrheit aller Autos unterbringen zu können. Laut Planung gibt es bei der Tiefgarage nur EIN Problem. Und das ist ein dort verlaufender Regenwasserkanal. Ups. Lieber Herr Degener, ruhen Sie in Frieden - aber DANKE für die Zeit, in der Sie mir von der geplanten Tiefgarage auf dem Brasch-Platz erzählt haben und das letztendlich dann keiner für Gebäudeschäden gerade stehen wollte, die durch die notwendige Grundwasserabsenkung dort entstehen würden!
Genau DAS ist nämlich das - hoppla, voll übersehen... - Hauptproblem. Das Gelände ist nun einmal in direkter Seenähe. Das bedeutet, der Grundwasserspiegel ist sehr hoch. Je dichter am See, desto feuchter eigentlich die Keller, es sei denn, sie sind nachträglich abgedichtet worden. Immer wieder sieht man an den Häusern hier ein Stückchen über dem Boden Bohrlöcher die mit etwas gefüllt worden sind. Ich kann euch sagen, was das sind: Das sind Bohrlöcher, in die eine Masse gespritzt wurde, die sich im Mauerwerk horizontal verteilt um zu verhindern, dass das Grundwasser sich über das Mauerwerk nach oben arbeitet und in den Wohnungen für feuchte Wände, Schimmel und so weiter sorgt und die Bausubstanz schädigt.
Als jemand, der auf dem Moor aufgewachsen ist und mitbekommen hat, wie durch die Entwässerung ganze Häuser in der Mitte durchbrechen, weil bei ihrem Bau schlichtweg der hohe Grundwasserstand beachtet wurde, bin ich wahrscheinlich für Neuruppin nur dumm und doof ;-). Habe viel weniger Ahnung als irgendwelche studierten Planer, die von Firmen etc. bezahlt werden, deren Hauptziel ist: "Mach Geld, mach möglichst viel Geld...". Das ist den Firmen fast unbenommen. Es sei denn, sie sind so dermaßen auf Kohle machen fixiert, das ihnen bei solchen Gebieten völlig egal ist, das auf der anderen Seite der Stadtmauer die Historische Altstadt liegt. Wo Menschen Häuser gekauft und saniert haben, weil sie dort gerne leben wollten. Die enorme Sanierungs- und Denkmalschutzauflagen in Kauf genommen haben und irgendwann dann noch einen kräftigen "nun ist dein Haus ja MEHR WERT, also erheben wir noch einen Sonderbeitrag dafür!" bezahlen müssen.
Neuruppin braucht Investoren. So viel ist unstrittig. Aber die Frage ist: Braucht Neuruppin Investoren, die sich benehmen wie die Elefanten im Porzellanladen? Ich glaube, solche Menschen braucht KEINE STADT. Aber genau so etwas wird am Seetorviertel umgesetzt.
Für den Bau der Tiefgarage wäre eine Absenkung des Grundwasserspiegels notwendig. Wer denkt, das braucht man nicht, darf gerne zur Mesche fahren. OK, da ist jetzt alles verbrettert, aber dort steht eine Investorenruine mit Tiefgarage. Für Kanuten. Die ist nämlich mit Grundwasser vollgelaufen. Wer ein bisschen googelt zum Thema "Grundwasserabsenkung" bekommt eine ziemlich interessante Präsentation zu dem Thema angegeben, bei der sowohl Gebäudeschäden durch Grundwasserabsenkungen gezeigt werden und wo es ebenfalls zwei sehr interessante Modelle gibt. Und zwar zwei Karten, die ein bisschen aussehen wie so ein Erdbebengebiet mit Schadenskreisen. Diese Karten zeigen, wie groß so ein Gebiet ist, in dem Schäden entstehen, wenn an einer Stelle Grundwasser abgesenkt wird. Es gibt ein rotes Kerngebiet und die Kreise ziehen sich dann immer weiter, denn auch in weiterer Entfernung hat eine Grundwasserabsenkung immer noch Auswirkungen. Zum Beispiel auf Pflanzen, die kein Wasser mehr bekommen und deshalb künstlich gewässert werden müssen.
Alles das... interessiert die Investoren letztlich anscheinend nicht. Denn die Modelle, die gezeigt wurden, stellen nur die vermeintlich "guten Seiten" dar. Es sind Draufsichten. Was mir auch gefehlt hat - es wird seit Jahren von der Erweiterung des Uferwanderweges zur Seeperle gesprochen. Auch in der Planung wurde es ANGESPROCHEN. Geredet. Punkt. Aber in der ganzen Planung kommt nur die Verlegung des Fischerweges, also der Verbindung vom Uferweg hinter dem Freigelände der Therme bis zur Stadtmauer - zur Sprache. Nicht etwa die Erweiterung des Uferwanderweges. Auch etwas merkwürdig - was ist denn dort beim Angelverein los? Ist der in dem geplanten "Monaco von Neuruppin" zu peinlich geworden? Passt es nicht, wenn Angler ihre Ruderboote neben der "Seetorresidenz" mit eigener Marina haben? Scheint irgendwie, als ob dort nach "weg da, ihr armseliges peinliches Pack!" gehandelt wird. Ich kann mich aber auch irren, was ja gar nicht mal so schlecht wäre.
Vermisst habe ich ein paar Bilder, die nicht nur hübsche Draufsichten auf irgendwelche Klötzchen zeigen, die Häuser darstellen sollen. Vermisst habe ich Ansichten, die zeigen, wie die Bebauung IM HÖHENVERGLEICH zu bestehenden Bebauungen ist. Wusstet ihr, dass das Parkhaus um eine Etage aufgestockt werden darf? Oben habt ihr einen Blick auf den Ist-Zustand von der Seetraße aus. Und das man genau das auch vor hat? SO eine Ansicht, wie das dann wohl aussehen könnte - DIE hätte mich durchaus interessiert. Denn es ist aus Geldgier total einfach, das größte Pfund, was Neuruppin hat, nämlich die historische Altstadt mit ihren Gassen und die Stadtmauer, plötzlich abzuwerten, weil auf der anderen Mauerseite das Gras grüner ist und das Geld in Massen winkt. Ich bin kein Profi und kein Planungsbüro. Ich habe dann mal etwas dilletantisch via Photoshop mit ein Bild zu machen, wie das wohl aussehen könnte. So ganz grob... und wünsche allen Menschen die dort in dem Gebiet innerhalb der Stadtmauer wohnen, schon mal "einen wunderbaren Ausblick..." nämlich auf ein Parkhaus. Wenn sie denn den Ausblick noch lange genießen könnten und sich nicht mit irgendwelchen Rissen in ihren Gebäuden rumärgern müssen, die es im schlimmsten Fall unbewohnbar machen.
Eines der prägendsten Erlebnisse meiner Kindheit auf dem Moor war, wie bei einem Mehrfamilienhaus, das früher einmal ein dreistöckiges Verwaltungsgebäude einer Tranfabrik war, eine komplette Wand einfach weggekippt ist. Tante Roses Wohnzimmer war schlagartig sehr hell... weil eine komplette Wand weg war. Wenig später besorgten ein paar Trecker und einige Ketten den Rest. Das Haus wurde dem Erdboden gleich gemacht.
Es ist interessant, zu überlegen, wie denn wohl der Deal für die millionenteuere Entseuchung des Industriegebietes tatsächlich war. Also das, was nicht offiziell am Tisch besprochen wurde. Denn es ist mir unbegreiflich, wie eine Verwaltung dermaßen unsensibel eine Planung bejubeln kann, die einzig und allein in vielen Augen Dollarzeichen aufleuchten lässt und ohne jegliche Rücksicht auf bestehende Bebauung und vor allem auf die Mehrheit der Einheimischen hier, die eben NICHT zu den besser Betuchten gehören "Hurraaaaa, ist das geil!" geschrien wird. Wo auf Nachfrage, ob dort vielleicht auch Sozialwohnungen entstehen könnten, darauf hingewiesen wird, das dafür dort kein Platz ist. Sozialbauten könnten ja ans Sonnenufer.
Moment - Sozialwohnungen meinte nun nicht, seniorengerechte Bauten für Rentner, die mehr Geld als der Durchschnitt der Bevölkerung haben. Aber was soll´s. Aus den doch eher negativen Begriffen "WK 1 - 3", von manchen Leute auch "Ghetto" genannt wurde ja mittlerweile auf den Verwaltungsplänen die "Südstadt" und wenn es um den Bereich geht, gibt es INSBESONDERE für diesen Bereich den Begriff "soziale Stadt". Wie schön man doch mit Worten übertünchen kann, das man die ärmeren Menschen gerne alle zusammengepfercht in Plattenbauten hätte, damit sie langfristig gesehen bloß nicht die Besserbetuchten stören, die sich dann in den Häusern niederlassen, wo der eben voll normale wenig verdienende Neuruppiner früher gewohnt hat.
Auch das schaut Neuruppin sich dann leider von Berlin ab. Die Viertel, die früher "ih bäh" waren und ungeliebte Randgebiete als noch die Mauer stand, sind heute Viertel, in denen man die Altbewohner vertreibt, damit besser verdienende Klientel in luxusanierte Häuser zieht und Investoren glücklich machen. Ich denke, langfristig wird Neuruppin für die Mehrheit der Menschen, die seit vielen Jahrzehnten hier wohnen, hier aufgewachsen oder früh zugezogen sind, an Lebensqualität massiv verlieren. Wie Herr Frings irgendwann schon mal erklärte: Jeder Euro, der in der "Südstadt" investiert ist, macht mehr Menschen glücklich die hier leben als jeder Euro, der in der Innenstadt investiert wird. Wenn man es auf die Bevölkerungsdichte pro Quadratmeter umrechnet.
Meine Meinung.
Man sieht es an der "Seetorresidenz", einem in der Planung sehr hässlichen Betonklotz mit eigenem Hafen für besser Betuchte, der dort als erstes hochgezogen wurde bzw. immer noch im Bau ist. Das ganze ehemalige Industriegelände teilen sich nur wenige Investoren. Ein bisschen gehört der Stadt, ein bisschen der Gesellschaft, der die Therme gehört und der dritte Teil gehört Prima Solar. Mir fehlen irgendwie noch Opitz und Kaatsch in der Reihe, dann wären "die Macher", wo man irgendwie den Eindruck gewinnt, denen gehört ohnehin halb Neuruppin komplett.
Nun stellte ein freundlicher Herr also die Planungen für das Seetorviertel vor und zeigte anhand von Modellen, wie toll das doch alles aussehen könnte, wie gut es für Neuruppin wäre und wie viel Geld es in die Stadt... äh... vergesst es. Da ziehen Leute hin, die dermaßen viel Kohle haben, das sie über das K6 in ihrer weiteren Nachbarschaft die Nase rümpfen werden. Da ziehen Leute hin, die dermaßen viel Geld haben, das sie vielleicht private Wachdienste anheuern, damit ihr Hab und Gut bloß gut geschützt ist. Da ziehen Leute hin, die sich dadurch profilieren wollen, das sie es sich leisten können, dort zu wohnen. Und denen alles andere eigentlich ziemlich scheißegal sein wird.
Vorgestellt wurde unter anderem die Planung einer riesigen Tiefgarage um dort die Mehrheit aller Autos unterbringen zu können. Laut Planung gibt es bei der Tiefgarage nur EIN Problem. Und das ist ein dort verlaufender Regenwasserkanal. Ups. Lieber Herr Degener, ruhen Sie in Frieden - aber DANKE für die Zeit, in der Sie mir von der geplanten Tiefgarage auf dem Brasch-Platz erzählt haben und das letztendlich dann keiner für Gebäudeschäden gerade stehen wollte, die durch die notwendige Grundwasserabsenkung dort entstehen würden!
Genau DAS ist nämlich das - hoppla, voll übersehen... - Hauptproblem. Das Gelände ist nun einmal in direkter Seenähe. Das bedeutet, der Grundwasserspiegel ist sehr hoch. Je dichter am See, desto feuchter eigentlich die Keller, es sei denn, sie sind nachträglich abgedichtet worden. Immer wieder sieht man an den Häusern hier ein Stückchen über dem Boden Bohrlöcher die mit etwas gefüllt worden sind. Ich kann euch sagen, was das sind: Das sind Bohrlöcher, in die eine Masse gespritzt wurde, die sich im Mauerwerk horizontal verteilt um zu verhindern, dass das Grundwasser sich über das Mauerwerk nach oben arbeitet und in den Wohnungen für feuchte Wände, Schimmel und so weiter sorgt und die Bausubstanz schädigt.
Als jemand, der auf dem Moor aufgewachsen ist und mitbekommen hat, wie durch die Entwässerung ganze Häuser in der Mitte durchbrechen, weil bei ihrem Bau schlichtweg der hohe Grundwasserstand beachtet wurde, bin ich wahrscheinlich für Neuruppin nur dumm und doof ;-). Habe viel weniger Ahnung als irgendwelche studierten Planer, die von Firmen etc. bezahlt werden, deren Hauptziel ist: "Mach Geld, mach möglichst viel Geld...". Das ist den Firmen fast unbenommen. Es sei denn, sie sind so dermaßen auf Kohle machen fixiert, das ihnen bei solchen Gebieten völlig egal ist, das auf der anderen Seite der Stadtmauer die Historische Altstadt liegt. Wo Menschen Häuser gekauft und saniert haben, weil sie dort gerne leben wollten. Die enorme Sanierungs- und Denkmalschutzauflagen in Kauf genommen haben und irgendwann dann noch einen kräftigen "nun ist dein Haus ja MEHR WERT, also erheben wir noch einen Sonderbeitrag dafür!" bezahlen müssen.
Neuruppin braucht Investoren. So viel ist unstrittig. Aber die Frage ist: Braucht Neuruppin Investoren, die sich benehmen wie die Elefanten im Porzellanladen? Ich glaube, solche Menschen braucht KEINE STADT. Aber genau so etwas wird am Seetorviertel umgesetzt.
Für den Bau der Tiefgarage wäre eine Absenkung des Grundwasserspiegels notwendig. Wer denkt, das braucht man nicht, darf gerne zur Mesche fahren. OK, da ist jetzt alles verbrettert, aber dort steht eine Investorenruine mit Tiefgarage. Für Kanuten. Die ist nämlich mit Grundwasser vollgelaufen. Wer ein bisschen googelt zum Thema "Grundwasserabsenkung" bekommt eine ziemlich interessante Präsentation zu dem Thema angegeben, bei der sowohl Gebäudeschäden durch Grundwasserabsenkungen gezeigt werden und wo es ebenfalls zwei sehr interessante Modelle gibt. Und zwar zwei Karten, die ein bisschen aussehen wie so ein Erdbebengebiet mit Schadenskreisen. Diese Karten zeigen, wie groß so ein Gebiet ist, in dem Schäden entstehen, wenn an einer Stelle Grundwasser abgesenkt wird. Es gibt ein rotes Kerngebiet und die Kreise ziehen sich dann immer weiter, denn auch in weiterer Entfernung hat eine Grundwasserabsenkung immer noch Auswirkungen. Zum Beispiel auf Pflanzen, die kein Wasser mehr bekommen und deshalb künstlich gewässert werden müssen.
Alles das... interessiert die Investoren letztlich anscheinend nicht. Denn die Modelle, die gezeigt wurden, stellen nur die vermeintlich "guten Seiten" dar. Es sind Draufsichten. Was mir auch gefehlt hat - es wird seit Jahren von der Erweiterung des Uferwanderweges zur Seeperle gesprochen. Auch in der Planung wurde es ANGESPROCHEN. Geredet. Punkt. Aber in der ganzen Planung kommt nur die Verlegung des Fischerweges, also der Verbindung vom Uferweg hinter dem Freigelände der Therme bis zur Stadtmauer - zur Sprache. Nicht etwa die Erweiterung des Uferwanderweges. Auch etwas merkwürdig - was ist denn dort beim Angelverein los? Ist der in dem geplanten "Monaco von Neuruppin" zu peinlich geworden? Passt es nicht, wenn Angler ihre Ruderboote neben der "Seetorresidenz" mit eigener Marina haben? Scheint irgendwie, als ob dort nach "weg da, ihr armseliges peinliches Pack!" gehandelt wird. Ich kann mich aber auch irren, was ja gar nicht mal so schlecht wäre.
Vermisst habe ich ein paar Bilder, die nicht nur hübsche Draufsichten auf irgendwelche Klötzchen zeigen, die Häuser darstellen sollen. Vermisst habe ich Ansichten, die zeigen, wie die Bebauung IM HÖHENVERGLEICH zu bestehenden Bebauungen ist. Wusstet ihr, dass das Parkhaus um eine Etage aufgestockt werden darf? Oben habt ihr einen Blick auf den Ist-Zustand von der Seetraße aus. Und das man genau das auch vor hat? SO eine Ansicht, wie das dann wohl aussehen könnte - DIE hätte mich durchaus interessiert. Denn es ist aus Geldgier total einfach, das größte Pfund, was Neuruppin hat, nämlich die historische Altstadt mit ihren Gassen und die Stadtmauer, plötzlich abzuwerten, weil auf der anderen Mauerseite das Gras grüner ist und das Geld in Massen winkt. Ich bin kein Profi und kein Planungsbüro. Ich habe dann mal etwas dilletantisch via Photoshop mit ein Bild zu machen, wie das wohl aussehen könnte. So ganz grob... und wünsche allen Menschen die dort in dem Gebiet innerhalb der Stadtmauer wohnen, schon mal "einen wunderbaren Ausblick..." nämlich auf ein Parkhaus. Wenn sie denn den Ausblick noch lange genießen könnten und sich nicht mit irgendwelchen Rissen in ihren Gebäuden rumärgern müssen, die es im schlimmsten Fall unbewohnbar machen.
Eines der prägendsten Erlebnisse meiner Kindheit auf dem Moor war, wie bei einem Mehrfamilienhaus, das früher einmal ein dreistöckiges Verwaltungsgebäude einer Tranfabrik war, eine komplette Wand einfach weggekippt ist. Tante Roses Wohnzimmer war schlagartig sehr hell... weil eine komplette Wand weg war. Wenig später besorgten ein paar Trecker und einige Ketten den Rest. Das Haus wurde dem Erdboden gleich gemacht.
Es ist interessant, zu überlegen, wie denn wohl der Deal für die millionenteuere Entseuchung des Industriegebietes tatsächlich war. Also das, was nicht offiziell am Tisch besprochen wurde. Denn es ist mir unbegreiflich, wie eine Verwaltung dermaßen unsensibel eine Planung bejubeln kann, die einzig und allein in vielen Augen Dollarzeichen aufleuchten lässt und ohne jegliche Rücksicht auf bestehende Bebauung und vor allem auf die Mehrheit der Einheimischen hier, die eben NICHT zu den besser Betuchten gehören "Hurraaaaa, ist das geil!" geschrien wird. Wo auf Nachfrage, ob dort vielleicht auch Sozialwohnungen entstehen könnten, darauf hingewiesen wird, das dafür dort kein Platz ist. Sozialbauten könnten ja ans Sonnenufer.
Moment - Sozialwohnungen meinte nun nicht, seniorengerechte Bauten für Rentner, die mehr Geld als der Durchschnitt der Bevölkerung haben. Aber was soll´s. Aus den doch eher negativen Begriffen "WK 1 - 3", von manchen Leute auch "Ghetto" genannt wurde ja mittlerweile auf den Verwaltungsplänen die "Südstadt" und wenn es um den Bereich geht, gibt es INSBESONDERE für diesen Bereich den Begriff "soziale Stadt". Wie schön man doch mit Worten übertünchen kann, das man die ärmeren Menschen gerne alle zusammengepfercht in Plattenbauten hätte, damit sie langfristig gesehen bloß nicht die Besserbetuchten stören, die sich dann in den Häusern niederlassen, wo der eben voll normale wenig verdienende Neuruppiner früher gewohnt hat.
Auch das schaut Neuruppin sich dann leider von Berlin ab. Die Viertel, die früher "ih bäh" waren und ungeliebte Randgebiete als noch die Mauer stand, sind heute Viertel, in denen man die Altbewohner vertreibt, damit besser verdienende Klientel in luxusanierte Häuser zieht und Investoren glücklich machen. Ich denke, langfristig wird Neuruppin für die Mehrheit der Menschen, die seit vielen Jahrzehnten hier wohnen, hier aufgewachsen oder früh zugezogen sind, an Lebensqualität massiv verlieren. Wie Herr Frings irgendwann schon mal erklärte: Jeder Euro, der in der "Südstadt" investiert ist, macht mehr Menschen glücklich die hier leben als jeder Euro, der in der Innenstadt investiert wird. Wenn man es auf die Bevölkerungsdichte pro Quadratmeter umrechnet.
Meine Meinung.
Donnerstag, 7. April 2016
Über den Medienabend der SPD, Journalismus und den Neustädter Kreisel
Gestern war ein SPD-Themenabend „Medien“. Das war ganz interessant und ich sollte als Bloggerin ein bisschen über das Bloggen berichten. Ich hoffe, ich habe das halbwegs gut hinbekommen, wobei so ein kleiner Blog dann bei weitem nicht mit dem Ruppi mithalten kann, denn von dort kam Herr Stehr und hat über die Arbeit als Lokaljournalist berichtet und wie der Ruppi überhaupt entstanden ist.
Ich habe schon immer gerne geschrieben, auch ab und an mal für unterschiedliche Zeitungen. Irgendwann habe ich dann über einen Bekannten in Oldenburg mitbekommen, wie sich durch Aufkauf der kleinen Lokalzeitungen Großverlage bilden und der Lokaljournalismus dabei in vielen Fällen ziemlich den Bach runtergeht. Mittlerweile ist das eigentlich deutschlandweit so – irgendwelche Leute irgendwo bestimmen, was aus Dörfern berichtet werden darf und was nicht und weil diese Leute irgendwo in Großstädten sitzen und Finanzen optimieren müssen, finden sie viele Dinge ziemlich überflüssig und nicht berichtenswert.
Ich habe schon immer gerne geschrieben, auch ab und an mal für unterschiedliche Zeitungen. Irgendwann habe ich dann über einen Bekannten in Oldenburg mitbekommen, wie sich durch Aufkauf der kleinen Lokalzeitungen Großverlage bilden und der Lokaljournalismus dabei in vielen Fällen ziemlich den Bach runtergeht. Mittlerweile ist das eigentlich deutschlandweit so – irgendwelche Leute irgendwo bestimmen, was aus Dörfern berichtet werden darf und was nicht und weil diese Leute irgendwo in Großstädten sitzen und Finanzen optimieren müssen, finden sie viele Dinge ziemlich überflüssig und nicht berichtenswert.
Nun denn, jetzt habe ich mein Ruppi-Struppi und meine Stadt-Ratte und kann fast schreiben, was ich möchte. Ich kann mich bei Facebook und Twitter engagieren und habe keinen Termindruck, keine Spaltenvorgaben, nix. Ich kann viel persönlicher und emotionaler schreiben als ein Journalist – und das ist gut so. Denn manche Dinge sind nur rein sachlich gesehen eher unscheinbar und nicht so interessant, als wenn man ihnen einen persönlichen und emotionalen Stempel aufdrückt. Siehe die Barrierearmut im Museum Neuruppin. Einfach mal sehr gründlich explodieren und huch... es tut sich was. Natürlich gab es auch Ärger dafür. Aber es hat sich endlich mal was bewegt – und das war den Ärger schlichtweg wert.
Ich habe viele Wünsche, worüber ich gerne schreiben würde, was aber nicht immer geht, da ich halt partiell ziemlich angeschlagen bin, wie z. B. In den letzten Wochen. Natürlich habe ich auch kein Einkommen wie ein Journalist (was übrigens oft völlig überschätzt wird, immerhin leben wir in einer „Geiz ist geil“-Gesellschaft und einem Billiglohnland). Aber ich bin mittlerweile ein Mensch, der für ein bedingungsloses Grundeinkommen ist – weil so etwas mir eben ein Engagement nach meinem Können und meinen Wünschen ermöglicht ohne das ich ständig unter Druck gesetzt werde. Auf Amazon findet man viele, viele Bücher darüber, wie mit Bloggen Geld zu verdienen ist – und ziemlich allen Büchern gleich ist, das sie ein Teil des Einkommens eines Bloggers erwirtschaften sollen, je reißerischer der Titel, desto mehr ist klar, das „mit bloggen Geld verdienen“ viel, viel, viel Arbeit bedeutet. Aber blöder Weise lesen viele Leute nur reißerische Titel und denken dann, bloggen ist so eine Art Dukateneseltum.
Aber das ist dann auch so ungefähr wie die Diskussion über den Kreisel an der Neustädter Straße in unserer Stadt. Da wird auf Facebook ein Artikel darüber verlinkt und schon schreien die ersten Leute „Jaja, so ist das, wenn man da Schreibtischtäter dran lässt!“ - und ich habe überlegt, was so ein Mensch, der anderen vorwirft, „Schreibtischtäter“ zu sein, wohl beruflich macht. Ich fände es eigentlich ziemlich cool, wenn die Verwaltung einfach mal sagen würde: „Liebe Bürger, wir müssen den Kreisel neu gestalten, einige von euch werfen uns ständig Schreibtischtätertum und Inkompetenz vor – denen bieten wir jetzt Gelegenheit, ihre eigenen Planungen für eine Neugestaltung des Kreisels einzureichen!“. Sicherlich wäre es möglich, als erste Preise dann einen Zeichenblock, Lineale und ein paar Stifte auszuloben oder so etwas in der Art. Aber es wäre echt interessant, solche Krakeler einfach mal beim Wort zu nehmen und zu sagen: „Dann mach doch mal, hier sind die Vorgaben...“.
Vielen Dank noch einmal, das ich ein bisschen über meine Art von Social-Media-Arbeit berichten durfte, auch wenn es im Vergleich zum Ruppi nicht einmal ein Teelicht ist, sondern irgendwie maximal so eine kleine Kuchengeburtstagskerzenfunzel... aber die hat dann wenigstens die Form eines Clowns.
Ich habe viele Wünsche, worüber ich gerne schreiben würde, was aber nicht immer geht, da ich halt partiell ziemlich angeschlagen bin, wie z. B. In den letzten Wochen. Natürlich habe ich auch kein Einkommen wie ein Journalist (was übrigens oft völlig überschätzt wird, immerhin leben wir in einer „Geiz ist geil“-Gesellschaft und einem Billiglohnland). Aber ich bin mittlerweile ein Mensch, der für ein bedingungsloses Grundeinkommen ist – weil so etwas mir eben ein Engagement nach meinem Können und meinen Wünschen ermöglicht ohne das ich ständig unter Druck gesetzt werde. Auf Amazon findet man viele, viele Bücher darüber, wie mit Bloggen Geld zu verdienen ist – und ziemlich allen Büchern gleich ist, das sie ein Teil des Einkommens eines Bloggers erwirtschaften sollen, je reißerischer der Titel, desto mehr ist klar, das „mit bloggen Geld verdienen“ viel, viel, viel Arbeit bedeutet. Aber blöder Weise lesen viele Leute nur reißerische Titel und denken dann, bloggen ist so eine Art Dukateneseltum.
Aber das ist dann auch so ungefähr wie die Diskussion über den Kreisel an der Neustädter Straße in unserer Stadt. Da wird auf Facebook ein Artikel darüber verlinkt und schon schreien die ersten Leute „Jaja, so ist das, wenn man da Schreibtischtäter dran lässt!“ - und ich habe überlegt, was so ein Mensch, der anderen vorwirft, „Schreibtischtäter“ zu sein, wohl beruflich macht. Ich fände es eigentlich ziemlich cool, wenn die Verwaltung einfach mal sagen würde: „Liebe Bürger, wir müssen den Kreisel neu gestalten, einige von euch werfen uns ständig Schreibtischtätertum und Inkompetenz vor – denen bieten wir jetzt Gelegenheit, ihre eigenen Planungen für eine Neugestaltung des Kreisels einzureichen!“. Sicherlich wäre es möglich, als erste Preise dann einen Zeichenblock, Lineale und ein paar Stifte auszuloben oder so etwas in der Art. Aber es wäre echt interessant, solche Krakeler einfach mal beim Wort zu nehmen und zu sagen: „Dann mach doch mal, hier sind die Vorgaben...“.
Vielen Dank noch einmal, das ich ein bisschen über meine Art von Social-Media-Arbeit berichten durfte, auch wenn es im Vergleich zum Ruppi nicht einmal ein Teelicht ist, sondern irgendwie maximal so eine kleine Kuchengeburtstagskerzenfunzel... aber die hat dann wenigstens die Form eines Clowns.
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